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„Liquide": Ausstellung im Kunstverein Wolfenbüttel

von Nick Wenkel


Lotte Lindner und Till Steinbrenner studierten an der HBK in Braunschweig. Fotos: Nick Wenkel
Lotte Lindner und Till Steinbrenner studierten an der HBK in Braunschweig. Fotos: Nick Wenkel Foto: Archiv

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02.03.2017

Wolfenbüttel. Am Sonntag, den 5. März, wird um 11.30 Uhr die Ausstellung »Liquide« der in Hannover lebenden Künstler Lotte Lindner & Till Steinbrenner performativ eröffnet. Der Fokus liegt dabei auf der geistigen und finanziellen Liquidität.


Die Installation des Künstlerduos kreist um das komplexe Themenfeld der Wertschöpfung. Geld ist zentrales Mittel zum Austausch von Waren und Energie – ohne hemmende Sprachbarrieren. Die ersten Anreize zum Thema kamen den Künstlern beim einjährigen Aufenthalt in New York. Durch ihr Stipendium bekamen sie Einblicke in die internationale Arbeit und realisierten, dass die Kunst dort nicht sehr gut sei. Dies sei vor allem der Förderung der Künstler dort geschuldet – diese sei nämlich überhaupt nicht vorhanden. Gleichzeitig herrschte in dem Zeitrum die Bankenkrise, was Steinbrenner zu einer physischen Auseinandersetzung mit dem Geld brachte. Er fragte sichzum Beispiel, wie wohl so eine riesige Geldmenge aussehe und wie schwer sie wäre.

Ein Pool im Tresor



In einem stetigen Kreislauf wird das Wasser vom Pool in den Brunnen fließen. Foto:



Passend zur Thematik findet die Ausstellung in einer ehemaligen Bank statt. Das Bankhaus Fink, das bis 1948 in den Ausstellungsräumen des Kunstvereins residierte, dient der ortsspezifischen Arbeit von Lotte Lindner und Till Steinbrenner als Referenz. Im denkmalgeschützten Tresorraum steht beispielsweise ein aufgeblasener PVC-Whirlpool unter einem Kreuzgratgewölbe. Wasser zirkuliert innerhalb eines geschlossenen Kreislaufes vom Tresorraum über einen Brunnen im Erdgeschoss wo es gleichzeitig visuell an eine Bodenarbeit andockt. Während der Ausstellung wird ein junger Mann in dem Whirlpool Platz nehmen und in einem Buch vorlesen. Ansprechbar ist er dabei nicht. Fragen werden mit Gegenfragen beantwortet oder liest einfach lauter vor.

Eine lebendige Ausstellung


Ziel für die Künstler sei es die Gäste durch eine ArtParcours zu führen. So können sie die Kunsterleben und später ihre Gedanken mit nach Hause nehmen. Die Ausstellung würde sich im Laufe der Eröffnung auch noch weiterentwickeln. So sind vielleicht gegen Ende einige Sachen wahrzunehmen, die vorher nicht zu erkennen waren. Beispielsweise wird während der Veranstaltung eine Dame von einem Masseur behandelt. Nach der Massage würden so Fragmente weiterhin bestehen bleiben, wie zum Beispiel das verwendete Massageöl.

Lotte Lindner und Till Steinbrenner sind in diesem Jahr an der großen Ausstellung „Produktion. Made in germany drei" in Hannover beteiligt, die sich neben den Fragen aktueller Produktionsbedingungen in Deutschland, auch gegenwärtiger Kunst widmet.


Nehmen der scheinbar endlosen Weite, ist die Farbe Blau für die Künstler auch eine „tief romantische Farbe". Foto:


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