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Löwenwall soll kein stilles Örtchen bekommen



Braunschweig

Löwenwall soll kein stilles Örtchen bekommen

von Anke Donner


Die Stadtverwaltung hat öffentliche Toiletten am Löwenwall abgelehnt. Symbolfoto: Alexander Panknin
Die Stadtverwaltung hat öffentliche Toiletten am Löwenwall abgelehnt. Symbolfoto: Alexander Panknin Foto: Alexander Panknin

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Braunschweig. Am Löwenwall in Braunschweig soll keine öffentliche Toilette entstehen. Dagegen sprach sich nun die Stadtverwaltung aus. Die Initiative zur "Errichtung einer öffentlichen Toilette am Löwenwall" nahm diese Nachricht mit Enttäuschung auf.



Die Stadtverwaltung hatte im zuständigem Bezirksrat und im Planungs- und Umweltausschuss bekanntgegeben, dass sie die Errichtung einer öffentlichen Toilette an den Standorten Löwenwall und Inselwall ablehnt. Beide Grünanlagen, die zur Diskussion standen, seien historisch hochwertige Anlagen. Hochbauliche Veränderungen müssten sowohl mit dem historischen Gartenensemble als auch dem räumlichen Umfeld vereinbar sein, begründet die Verwaltung ihre Entscheidung. Daher werde dieErrichtung öffentlicher WC-Anlagen an diesen Standorten nicht befürwortet. Zudem wies die Stadt daraufhin, dass allein das Vorhandensein von WC-Anlagen nicht gewährleisten würden, dass diese auch benutzt werden. Außerdem stünden die geschätzten Mittel von etwa 270.000 Euro im Haushalt nicht zur Verfügung.

Lange Zeit hatte sich die Bürgerinitiative dafür eingesetzt, dass am Löwenwall und am Inselwall öffentliche Toiletten errichtet werden. Hierzu hatte man etliche Aktionen durchgeführt, war immer wieder mit Stadt und Bürgern ins Gespräch getreten, hatte Unterschriften gesammelt und immer wieder auf die Missstände hingewiesen, die laut Initiative im besagten Bereich herrschen.


Initiative enttäuscht


"Natürlich enttäuscht diese Vorabnachricht der Stadtverwaltung erst einmal. Da gibt es natürlich die Abgeklärten, die immer schon geahnt haben, dass die Verwaltung kein Verständnis für die Belange der Bürger entwickeln wird. Größtenteils aber kommt ein enttäuschtes Gefühl zum Ausdruck, dass unsere Initiative trotz einer umfangreichen Unterschriftsliste (mehr als 250 Zustimmungen) und auch der deutlichen Resonanz aus den politischen Gremien im ersten Anlauf noch keine Zustimmung durch die Stadtverwaltung erlangt hat", klagt Andreas Beblik von der Initiative.

Man werde aber weiterhin am Ball bleiben, sagt Beblik. "Wir wollen nun noch einmal auf die Bedenken der Stadt eingehen und für eine angepasste Lösung kämpfen. Einerseits sind Vergleiche aus anderen Städten vielleicht hilfreich, auch für den Löwenwall eine ansprechende Gestaltung auszuwählen. So könnte die Verkleidung der Fassade in Steinoptik beziehungsweise verspiegelt eine
bessere Integration in das Umfeld erreichen. Zur Standortfrage können wir nur ergänzend beitragen. Mit dem guten Willen der Stadtverwaltung und deren Expertise ließe sich bestimmt noch ein guter Standort finden; möglicherweise am Abgang zur Okerumflut, wo auch viele Passanten zur Floßstation und nach längerfristiger Planung auch auf einem Rundweg entlang der Okerumflut ganz Braunschweig zu Fuß umrunden werden."

Weitere Möglichkeiten suchen


Jedenfalls habe die Sitzung des Bezirksrates ergeben, dass die politischen Entscheidungsträger sich mit dieser ersten Absage der Stadtverwaltung nicht abfinden, berichtet Beblik. "In Diskussion und durch die Information der Öffentlichkeit werden wir diesen Prozess weiter unterstützen", erklärt Andreas Beblik kämpferisch.

Sollte es am Ende wirklich nicht mit der Errichtung öffentlicher Toiletten klappen, wolle man über weitere Alternativen nachdenken. Eine Möglichkeit wäre laut Beblik zum Beispiel ein mobiles WC. Es gäbe mobile WCs für die Sommerzeit und auch solche für die ganzjährige Aufstellung. "Allerdings rechnen wir hier noch weniger mit der Zustimmung der Stadt hinsichtlich der gestalterischen Verträglichkeit. Trotzdem sollten solche Möglichkeiten in Betracht gezogen werden", sagt Beblik.Weiter könne man über die Öffnung der Toiletten der Gaußschule oder über andere Standorte nachdenken.




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