Lohnlücke wächst: Frauen verdienen weiterhin deutlich weniger

Die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern wächst weiter. Frauen verdienen deutlich weniger, als Männer.

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Symbolfoto | Foto: Pixabay

Region. Frauen in Niedersachsen verdienten im Jahr 2025 durchschnittlich 16 Prozent weniger pro Stunde als Männer. Das berichtet das Landesamt für Statistik Niedersachsen (LSN) in einer aktuellen Mitteilung.



Konkret erhielten Frauen im Schnitt 21,63 Euro brutto pro Stunde, Männer 25,73 Euro – ein Unterschied von 4,10 Euro. Im Jahr zuvor lag die Lücke noch bei 3,88 Euro (15 Prozent).

Lohnlücke wächst mit dem Alter


Betrachtet man die Altersgruppen, falle auf, dass der Unterschied bei den unter 25-Jährigen am geringsten ist: Frauen verdienten hier durchschnittlich 13,78 Euro pro Stunde, Männer 13,83 Euro. Mit zunehmendem Alter wächst die Lohnlücke. Am größten ist der Unterschied bei den 60- bis 64-Jährigen mit 27 Prozent, was einem Stundenverdienstunterschied von 8,16 Euro entspricht. Eine mögliche Erklärung: Frauen arbeiten häufiger in Teilzeit oder unterbrechen ihre Karriere aus familiären Gründen.

Der Gender Pay Gap


Das LSN unterscheidet zwischen dem unbereinigten und dem bereinigten Gender Pay Gap. Unbereinigter Gender Pay Gap: Hier werden die durchschnittlichen Verdienste von Frauen und Männern ohne Anpassungen verglichen. Er spiegelt auch strukturelle Unterschiede und mögliche Zugangshürden für Frauen wider.

Bereinigter Gender Pay Gap: Hier werden Faktoren wie Beruf, Branche, Qualifikation oder Arbeitsumfang berücksichtigt. So zeigt sich, wie viel Frauen weniger verdienen würden, wenn sie dieselben Voraussetzungen wie Männer hätten.

In Niedersachsen erklärt die Analyse rund zwei Drittel des Verdienstunterschieds (2,75 Euro) mit diesen Faktoren. Die verbleibenden 33 Prozent (1,35 Euro) können laut LSN nicht erklärt werden – das entspricht dem bereinigten Gender Pay Gap von 5 Prozent. Frauen verdienen also auch bei vergleichbarer Tätigkeit und Qualifikation weiterhin weniger als ihre männlichen Kollegen.

Die Statistik weist darauf hin, dass der bereinigte Wert eine Obergrenze darstellt. Der tatsächliche Unterschied könnte geringer sein, wenn weitere Einflussfaktoren wie Erwerbsunterbrechungen durch Schwangerschaft, Kinderbetreuung oder Pflege berücksichtigt würden.