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MAN will Komponentenwerk aus Salzgitter nach Polen und in die Türkei verlagern

Etwa 1.400 Arbeitsplätze würden dann wegfallen. Die IG Metall sieht den gesamten Standort in Gefahr.

von Alexander Dontscheff


Symbolbild
Symbolbild Foto: Rudolf Karliczek

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18.09.2020

Salzgitter. Bereits vergangenen Freitag wurde bekannt, dass MAN plant bundesweit 9.500 Stellen abzubauen. Entsprechende Proteste gab es am Dienstag (regionalHeute.de berichtete). Doch nun wurde bekannt, dass es bereits konkrete Pläne für den Standort Salzgitter gibt. Demnach soll das Komponentenwerk nach Polen und in die Türkei verlagert werden. Das berichtet die 2. Bevollmächtigte der IG Metall Salzgitter-Peine Brigitte Runge im Gespräch mit regionalHeute.de.



Brigitte Runge, die auch im MAN-Aufsichtsrat sitzt, erinnerte daran, dass man 2015 mit der Unternehmensführung einen Standortvertrag vereinbart habe, der eine Beschäftigtenzahl von 2.552 Kolleginnen und Kollegen und die Umwandlung des Standortes von einem LKW-bauenden Standort zu einem Komponentenwerk für Achsen, Kurbelwellen etc. mit Logistikanbindung vorsieht. Nun habe der Vorstand davon gesprochen, sich von den Standortverträgen zu distanzieren und diese nötigenfalls auch zu kündigen. Konkret solle das Komponentenwerk aus Salzgitter nach Krakau und Ankara verlagert werden. Etwa 1.400 Arbeitsplätze würden dann wegfallen. Brigitte Runge sieht dadurch den gesamten Standort in Gefahr. "Als reine Logistik GmbH kann das hier nicht funktionieren", so die Gewerkschafterin.

Doch endgültig entschieden ist noch nichts. Die IG Metall habe den Kampf bereits aufgenommen. Am kommenden Dienstag soll es weitere Verhandlungen und auch Aktionen geben.


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