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Marco Kelb: Rassismus-Vorwürfe nach Twitter-Post



Wolfenbüttel

Marco Kelb: Rassismus-Vorwürfe nach Twitter-Post

Ein Twitter-Post sorgt für Aufregung und Anfeindung.

von Anke Donner


Marco Kelb
Marco Kelb Foto: Samtgemeinde Sickte

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Sickte. Mit einem Post auf Twitter hat Sicktes Bürgermeister Marco Kelb für einige Unruhe gesorgt und dafür, dass man ihn als Rassist beschimpft. Bereits am 8. November schrieb Kelb unter einen Tweet von Georg Restle, Moderator des ARD-Politmagazins Monitor, dass dieser doch seinen Platz "für eine dunkelhäutige muslimische Transfrau mit Wurzeln in Simbabwe und Dänemark! Schon herrscht mehr Diversität bei WDR", räumen solle.



Die Aussage Kelbs auf Twitter war ein Kommentar auf den Tweet Restles, der sich kritisch über deutsche Journalisten äußerte. Restles Tweet: "Was deutsche JournalistInnen von @CNN lernen können: Nüchternheit in den Fakten, klare Kante bei kommentierenden Einordnungen - und mehr Diversität bitte! Da ist noch jede Menge Luft nach oben bei uns", sorgte dann für einen kurzen Schlagabtausch zwischen ihm und dem Sickter Samtgemeindebürgermeister.

Kelb konterte daraufhin mit genannter Aussage und räumt nun ein, dass seine Aussage missverständlich sei und zu Angriffen gegen ihn führte. Er sei als Rassist bezeichnet worden. Dabei habe er mit seinem Tweet etwas ganz anderes ausdrücken wollen, sagt er gegenüber regionalHeute.de. "Ich wollte mit dieser sarkastischen Äußerung mein Unbehagen und Unverständnis darüber zum Ausdruck bringen, dass sich Restle mit seiner Forderung nach Diversität im Ursprungspost offenbar dafür stark macht, dass Merkmale wie Geschlecht, sexuelle Orientierung oder Herkunft Leitkriterien für die Zusammensetzung von TV-Redaktionen sein sollen. Ich erwarte, dass im öffentlich-rechtlichen Funk und Fernsehen, diese Kriterien tatsächlich keine Rolle spielen, sondern sich die Personalauswahl streng nach den Kriterien Eignung, Befähigung und Leistung richtet. Restle wollte ich mit meinem Beitrag insbesondere mit dem Umstand konfrontieren, dass in dem Falle, dass Diversität ein leitendes Kriterium bei der Besetzung von Redaktionen wäre, er gegebenenfalls nicht an seinem Platz säße, obwohl er ggf. die geeignetste Person für die Funktion der Leitung des Magazins Monitor ist", so Kelb und sagt ganz deutlich, dass der Vorwurf des Rassismus gegen ihn unverschämt sei. "Meine Haltung, dass Herkunft, Hautfarbe oder andere äußere Kriterien eben keine Rolle bei der Besetzung von Positionen spielen dürfen, unterstreicht, dass mir Rassismus und Diskriminierung fern liegen."

Account gelöscht


Kelbs besagten Post sucht man nun vergebens. Kurz nach seinem Tweet habe er den Account gelöscht, sagt er. "Ich habe meinen Account aufgrund der Rückäußerungen auf meinen Tweet gelöscht, weil ich festgestellt habe, dass die Diskussionskultur in diesem Medium sehr schnell in persönliche Angriffe mündet. Ich gestehe allerdings ein, dass auch ich mit meinem sarkastischen Beitrag der Diskussionskultur bei Twitter keinen guten Dienst erwiesen habe."


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