Materialmangel und Preisexplosion - Handwerk steht vor großen Problemen

Diejenigen Betriebe, welche die Pandemie gut überstanden haben kämpfen nun mit Lieferengpässen und müssen ihren Kunden gleichzeitig höhere Preise und Gründe für die Nichteinhaltung von Terminen mitteilen.

(Symbolbild)
(Symbolbild) Foto: pixabay

Region. Zahlreichen Bauprojekten der Handwerksbetriebe in der Region drohen Verzögerungen wegen Materialmangels. Das ist laut einer Pressemitteilung das Ergebnis einer Blitzumfrage der Kreishandwerkerschaften Region Braunschweig-Gifhorn und Peine bei ausgewählten Innungsbetrieben des Bau- und Bauausbauhandwerks.


Rund 96 Prozent der Betriebe, so Geschäftsführer Dr. Andreas Bierich, sind bereits von Material- und Lieferengpässen betroffen. Insbesondere Holz, Kunststoffprodukte wie Rohre, Dämmmaterialien, Stahl und Stahlprodukte sowie Kabel und Leitungen sind knapp. Die Materialknappheit trifft dabei insbesondere den Innenausbau. Bereits 70 Prozent der Baustellen befinden sich im Zeitverzug, der überwiegend zwei bis vier Wochen beträgt. Fast 80 Prozent der Betriebe rechnen mit einer Gefährdung von Fertigstellungsterminen im Jahr 2021. Zudem rechnen über 44 Prozent der Betriebe mit Preissteigerungen für ihre Kunden.

"Exorbitante Preissteigerungen" führen zu Problemen


Geschäftsführer Dr. Bierich: „Die derzeitigen Lieferengpässe gehen mit teilweise exorbitanten Preissteigerungen einher, die für das Handwerk, das die Pandemie vergleichsweise gut überstanden hat, enorme Probleme bedeuten bei Preiskalkulation und Termineinhaltung.“ Das Handwerk wirbt daher für Verständnis bei seinen Kunden, wenn wegen der unverschuldeten Kostensteigerungen entsprechende Preisanpassungen nötig sind. Auch die öffentlichen Auftraggeber der Region sieht das Handwerk in der Pflicht: Bei öffentlichen Auftragsvergaben müssen Preisgleitklauseln zu einer Selbstverständlichkeit werden; Ausführungsfristen sind an die aktuelle Situation anzupassen. Der öffentlichen Hand, so Dr. Bierich, kommt hier eine zentrale Vorbildfunktion zu. Die Bundesregierung müsse sich hier kurzfristig um Einvernehmen mit den Ländern und Kommunen bemühen.

Die Kreishandwerkerschaften Region Braunschweig-Gifhorn und Peine vertreten die Interessen von 823 Innungsbetrieben des Bau- und Bauausbauhandwerks in der Region Braunschweig.


zum Newsfeed