whatshotTopStory

Mehr Einwohner und höhere Mieten in Braunschweig


Symbolfoto: Sina Rühland
Symbolfoto: Sina Rühland Foto: Sina Rühland

Artikel teilen per:

19.07.2016


Braunschweig. Braunschweig wächst seit Jahren an Bevölkerung, Beschäftigten und Kaufkraft. Entsprechend steigt das Mietniveau mehr und mehr an. Das ist ein Ergebnis des ersten detaillierten Wohnungsmarktberichts, den die Vonovia SE gemeinsam mit der CBRE Group veröffentlicht hat und am Freitag mitteilte. 

Die Einwohnerzahl Braunschweigs ist demnach von ihrem Tiefpunkt 2003 bis 2014 um mehr als 10.000 auf 248.502 gestiegen. Auch die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten erhöhte sich deutlich: von 2004 bis 2014 um 17,4 Prozent und damit stärker als im bundesdeutschen Durchschnitt (+14,7 Prozent) und im benachbarten Hannover (+12,9 Prozent). Parallel hat sich die Arbeitslosenquote seit 2005 nahezu halbiert und lag im Jahresdurchschnitt 2014 bei 6,8 Prozent. In dem Wohnungsmarktbericht wurden die 29 größten deutschen Städte genau untersucht: Neben den Standardparametern wie Mietentwicklung und Leerstand wurde vor allem Entwicklung der Standorte hinterfragt. „Lebensqualität und wirtschaftliche Entwicklung sind Bedingungen, die die Nachfrage der Haushalte maßgeblich beeinflussen“, erläutert Rolf Buch, Vorstandsvorsitzender von Vonovia. „Mit diesem Report bringen wir unser Fachwissen über die wichtigsten lokalen Wohnungsmärkte bis hin zu einzelnen Stadtteilen an die Öffentlichkeit.“

Mietniveau deutlich gestiegen


Die Bevölkerungsentwicklung, der Rückgang der Arbeitslosenzahlen sowie die überdurchschnittliche Kaufkraft (rund 5,9 Prozent über BRD) haben deutliche Einflüsse auf den Wohnungsmarkt in Braunschweig. So ist der Median der Angebotsmieten von 2012 bis 2015 um 15,5 Prozent gestiegen. Doch die Ausgangsbasis war niedrig, deshalb liegt der Wert mit 7,16 Euro pro Quadratmeter nach wie vor tiefer als in vergleichbaren Städten Süd- und Westdeutschlands. Bei mehr als 40 Prozent der angebotenen Wohnungen lag der Mietpreis 2015 unter der Schwelle von 7,00 Euro pro Quadratmeter. Dabei spielt nicht zuletzt das größere Angebot an Bauland in Braunschweig eine Rolle, das indirekt auch den Mietmarkt entlastet hat.

City-Mietwohnungen stärker gefragt als Eigenheime in Vororten


Es werden vermehrt innerstädtische Standorte gesucht; Mietwohnungen sind stärker gefragt als Eigenheime in Vororten. Die zunehmende Verengung des Mietmarktes ist auch an der Leerstandsquote ablesbar: Sie ist von 3,6 Prozent im Jahr 2009 auf 2,0 Prozent im Jahr 2014 gesunken und liegt damit deutlich unter dem Wert für Niedersachsen (3,4 Prozent) und Deutschland gesamt (3,0 Prozent).

Östlicher Stadtrand am teuersten, Weststadt am preiswertesten


Braunschweigs Gebiet mit der höchsten mittleren Angebotsmiete pro Quadratmeter ist der östliche Stadtrand mit Volkmarode, Schapen, Riddagshausen, Gliesmarode und Pappelberg. Diese Bereiche sind überwiegend von Einfamilienhäusern geprägt. Der Mietmarkt ist mit weniger als 80 Angeboten im Untersuchungszeitraum klein, sodass die mittlere Angebotsmiete von 8,42 Euro pro Quadratmeter mit Vorsicht zu interpretieren ist. Das Steigerungspotenzial in und um Volkmarode scheint allerdings vorerst ausgereizt zu sein: Zahlungskräftige Wohnungsinteressenten konzentrieren sich mehr und mehr auf zentrale Lagen.

Ebenfalls über 8 Euro liegen die Angebotsmieten im Gebiet unmittelbar südlich und östlich der Innenstadt zwischen dem Bürger- und dem Prinzenpark. In dem citynahen Stadtteil mit vielen gut gepflegten Altbauten und oft grünen Höfen beträgt der Angebotsmittelwert wie im Vorjahr 8,07 Euro pro Quadratmeter. Auf dem letzten Rang in der Mietstatistik ordnet sich die Trabantensiedlung Weststadt mit ihrer Umgebung ein. Insgesamt liegt die mittlere Angebotsmiete in diesem Gebiet bei 5,80 Euro pro Quadratmeter.

Prognose: Weniger Einwohner, mehr Haushalte


Prognosen gehen davon aus, dass die Bevölkerung Braunschweigs von 2012 bis 2030 insgesamt um 2,3 Prozent abnehmen wird, etwas mehr als im Bundesdurchschnitt (-1,5 Prozent). Zugleich wird aber eine Zunahme der Haushalte um 1,2 Prozent (BRD 3,0 Prozent) prognostiziert. Der Wirtschaftsstandort ist solide und zukunftsorientiert, was auch weiterhin zu einer hohen Nachfrage führen dürfte. Mit einer extremen Verengung des Mietmarkts ist aber nicht zu rechnen – dafür haben Wohnungssuchende in Braunschweig zu viele Möglichkeiten, ins Umland auszuweichen oder im Stadtgebiet ein Eigenheim zu bauen. Wenn jedoch der Trend zur City auch in Braunschweig anhält, könnten zumindest im Zentrum die Mieten nachmals deutlich steigen.


zur Startseite