Region. Die Städte der Region kämpfen weiterhin mit steigenden Außenständen von Bürgern und Unternehmen. Die offenen Forderungen belaufen sich derzeit auf insgesamt über 121 Millionen Euro.
Gewerbesteuern, Bußgelder und Unterhaltsvorschüsse: Immer mehr Bürger und Unternehmen in der Region bleiben der öffentlichen Hand ihr Geld schuldig. Wie eine Abfrage von regionalheute.de bei den Kommunen zeigt, erreichen die Außenstände mittlerweile Rekordwerte. Die Städte Braunschweig, Peine, Wolfenbüttel, Goslar und Salzgitter sitzen inzwischen auf 121,8 Millionen Euro nicht gezahlter Rechnungen.
Braunschweig: 86,7 Millionen Euro
Die größte Summe entfällt auf Braunschweig. Hier belaufen sich die Außenstände auf 86,7 Millionen Euro – ein Anstieg gegenüber 79,3 Millionen Euro Ende 2024 und 71,4 Millionen Euro Ende 2023. Den Löwenanteil machen öffentlich-rechtliche Forderungen im sozialen Bereich und Gewerbesteuerschulden aus. Besonders Forderungen aus dem Unterhaltsvorschussgesetz (UVG) sind oft über längere Zeiträume ausstehend, da die Stadt in Vorleistung für Kinder tritt, deren unterhaltspflichtige Eltern nicht zahlen.
Peine: 4,9 Millionen Euro
In Peine stiegen die Außenstände innerhalb kurzer Zeit um rund 200.000 Euro auf 4,9 Millionen Euro. Der größte Anteil entfällt mit 2,8 Millionen Euro auf die Gewerbesteuer. Weitere Posten sind Bußgelder, Ordnungswidrigkeiten und Verwaltungsgebühren (1,6 Millionen Euro), Unterkunftsgebühren (260.000 Euro) und Grundsteuern (185.000 Euro).
Wolfenbüttel: 6,93 Millionen Euro
Wolfenbüttel weist zum Ende des Jahres 2025 offene Forderungen von über 6,9 Millionen Euro aus, ein Anstieg von rund 703.000 Euro seit Juni 2025. Steuern machen mit 62,2 Prozent den größten Anteil aus, daneben gibt es Forderungen aus Bußgeldern, Verwaltungsgebühren, Mieten und sonstigen städtischen Abgaben.
Goslar: 3,73 Millionen Euro
In Goslar summieren sich die Außenstände aktuell auf mehr als 3,7 Millionen Euro. Den größten Teil machen Gewerbesteuer und Grundbesitzabgaben aus, gefolgt von weiteren Steuern, Abgaben und Bußgeldern. Im Vergleich zu 2023 (1,81 Millionen Euro) hat sich die Summe mehr als verdoppelt.
Salzgitter: 19,4 Millionen Euro
Auch Salzgitter verzeichnet steigende Außenstände. Zum 31. Oktober 2025 belaufen sich die offenen Hauptforderungen auf 19,4 Millionen Euro, nach 18,1 Millionen Euro im Vorjahr. Größter Posten sind rückständige Gewerbesteuern (5,6 Millionen Euro), gefolgt von Buß- und Verwarngeldern (1,3 Millionen Euro) sowie Gebühren, Beiträgen und sonstigen öffentlich-rechtlichen Forderungen.

