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Mittlerweile über 100 Anrufe: Falsche Polizisten weiter aktiv



Braunschweig

Mittlerweile über 100 Anrufe: Falsche Polizisten weiter aktiv


Bei einer Frage nach einer Rückrufnummer beendeten die falschen Beamten das Telefonat meist schnell. Die Braunschweiger Nummern seien frei erfunden. Symbolfoto: Jonas Walter
Bei einer Frage nach einer Rückrufnummer beendeten die falschen Beamten das Telefonat meist schnell. Die Braunschweiger Nummern seien frei erfunden. Symbolfoto: Jonas Walter Foto: Archiv

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Braunschweig. Am Mittwoch und Donnerstag erreichten die Polizei Braunschweig weit über 100 Hinweise auf Telefonate durch Betrüger, die an das Bargeld älterer Menschen gelangen wollen. Das berichtet die Polizei Braunschweig am heutigen Freitag. In einem Fall hatten die Täter bereits Erfolg. Dabei gingen die Anrufer immer nach der gleichen Masche vor.



Bereits am Mittwochvormittag war es den Tätern gelungen, eine 84-jährige Frau am Telefon davon zu überzeugen, ihre Ersparnisse von der Bank nach Hause zu holen. Der Anrufer schreckte nicht davor zurück, die Banken in Misskredit zu bringen. Er gab an, die Mitarbeiter der Bank würden ihr echtes Geld durch Falschgeld austauschen. Daher müsste die "Polizei" die Geldscheine an Hand der Individual- beziehungsweise Seriennummern auf ihre Echtheit überprüfen.

Während des Telefonats hatte die Frau im Hintergrund vermeintlichen Funkverkehr der Polizei hören können und ging somit nicht von einem Betrugsversuch durch den Anrufer aus. Nachdem die ältere Dame ihr Geld aus ihrem Bankschließfach geholt hatte und wieder in ihre Wohnung zurückgekehrt war, erfolgte der nächste Anruf der Täter und kündigte einen Kollegen an, der ihr bei der Überprüfung der Banknoten behilflich sein würde.


Die Dame fragte noch nach einem Dienstausweis, bevor der falsche Polizist die Wohnung betrat, doch der wog die Frau in Sicherheit. Er überzeugte sie damit, er sei ein verdeckter Ermittler und dürfe aus diesem Grunde gar keinen Dienstausweis bei sich tragen. Nachdem sich der etwa 25-jährige falsche Polizist in der Wohnung der Frau die Geldscheine angeschaut und sich per Telefon die Falschheit verifizieren ließ, gab dieser vor, dass nun das gesamte Geld zur Überprüfung mitgenommen werden müsse. Weder die Täter noch ihr Geld sah die ältere Dame wieder.

Angst um das Vermögen als Druckmittel


In den über 100 Anrufen, die insbesondere ältere Menschen innerhalb kürzester Zeit in Braunschweig und auch vereinzelt im Braunschweiger Umland erreichten, wurde immer wieder eine Scheinlegende durch die Täter aufgebaut. Gemein ist ihnen, dass den Geschädigten Angst um ihr Vermögen gemacht werde. Es seien Täter festgenommen worden, bei denen man


Notizbücher mit vertraulichen Informationen und Kontodaten über sie gefunden hätte. Wie im oben geschilderten Fall werden auch die Banken beschuldigt mit den Tätern zusammen zu arbeiten, so dass das Vertrauen in ihre Mitarbeiter untergraben wurde. Es wurde suggeriert, dass das Geld der Angerufenen in Gefahr sei und umgehend abgeholt werden müsse.

Auffällig war in den meisten Fällen, dass die Täter auf skeptische Rückfragen nur schwer reagieren konnten und ihre Telefonate in diesen Fällen schnell abbrachen. Insbesondere Fragen nach Rückrufnummern veranlassten die Täter zum Abbruch. Die Telefonnummern, unter der die Täter in diesen Fällen in Braunschweig angerufen hatten, sind fingiert. Ein Rückruf kann somit nicht erfolgen, da diese Telefonnummern frei erfunden und nicht existent sind.

Rückrufnummer als Knackpunkt


Die echte Polizei kann immer eine Telefonnummer nennen, unter der sie angerufen werden kann und zivil gekleidete Polizeibeamte können sich jederzeit ausweisen. Die Polizei bittet Sie auch nicht um die Herausgabe von Ihrem Schmuck oder Bargeld!

Die Polizei rät ausdrücklich: "Seien Sie kritisch am Telefon, erfragen sie bei den Anrufern so viele Details wie möglich, aber geben Sie niemals Informationen zu ihren Vermögens- oder Wohnverhältnissen heraus. Suchen Sie stattdessen das Gespräch zu Angehörigen und Bekannten über solche Betrugsversuche. Klären Sie auch ihre Eltern und Großeltern hierüber auf, damit die Betrüger auch in Zukunft bei ihnen kein Glück haben werden." Zu guter Letzt warnt die Polizei nochmals eindringlich: "Bewahren Sie ihre Wertgegenstände nicht in der Wohnung auf, sondern an einem gesicherten Ort, und lassen Sie Unbekannte nicht in Ihre Wohnung."


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