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Mongol Rallye: Couchsurfing für die besondere Pespektive



Braunschweig

Mongol Rallye: Couchsurfing für die besondere Pespektive

von Sandra Zecchino


Iran - eine besondere Perspektive. Fotos: "Team E6"
Iran - eine besondere Perspektive. Fotos: "Team E6"

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Braunschweig. Nils Ole Ulrich und Philip Brandes sind seit zwei Wochen mit dem Polo auf dem Weg in die Mongolei; und sammeln dabei für den guten Zweck. regionalHeute.de berichtet wöchentlich von ihren Erlebnissen.



Um ein Land, das weitestgehend touristisch unerschlossen ist, zu erkunden, haben die beiden einen besonderen Weg gewählt. Über Couchsurfing suchen sie direkten Anschluss an die Menschen vor Ort. In Täbriz im Iran hatten sie dabei besonderes Glück, der Couchsurfing-Host Sajjad ist auch Tourguide. So bekamen Ulrich und Brandes eine individuelle Führung durch die Stadt und den Bazar. Letzterer: Ein Ort, der trotz der großen Schäden durch ein lang zurückliegendes Erdbeben eines der schönsten Beispiele für dasiranische Markttreibensei, wie die Beiden es umschrieben.

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Wer nicht ordentlich isst, bekommt Ärger von der Großmutter


"Was für ein Bild habt ihr Deutschen eigentlich vom Iran?", eine Frage, die den Beiden häufiger gestellt wurde. Und sie mussten sich eingestehen, dass ihnen die Antwort schwer fiel. Ein wirkliches Bild hatten sie vorher nicht, bis sie die Familie ihres Gastgebers kennenlernten:
Es gibt kleine Unterschiede, die Frauen schlafen alle in einem großen Raum im Obergeschoss - die Männer im Keller. Aber sonst? Man frühstückt gemeinsam, isst gemeinsam Abendbrot (auf dem Teppich), geht zur Arbeit und abends werden über Satellit koreanische Soap Operas geguckt. Die Rollenverteilung zwischen den Geschlechtern war in dieser Familie in einem der konservativen Teile Irans eher klassisch. Der Mann geht arbeiten, die Frauen kümmern sich um den Haushalt. Aber auch hier alles wie in Deutschland. Wer nicht ordentlich isst, bekommt Ärger von der Großmutter. Ein bisschen genervt ist man sicher von Sajjad's Hobby, Reisende zu beherbergen, aber dennoch werden alle herzlich begrüßt. Sajjad selber lebt noch unbeschwert mit seinen 19 Jahren. Der Aufnahmetest für das Studium läuft gerade und danach geht es eventuell nach Deutschland, wo man am besten alles über Autos lernen kann. Nur braucht man dafür Beziehungen im Iran. Und harte Währung. Aber ansonsten lebt Sajjad "normal" - mit Freunden abhängen, mit Reisenden in die Berge zum Wandern gehen. Träume von großen Autos mit V8 inklusive. Und all das ist möglich im Iran. Sajjad zeigt uns die Fotos vom Instagram Account über Supercars in Täbriz. Lamborghini und Ferrari, einen McLaren gab es Mal - den wollte aber keiner kaufen.

Ein anderer Host war die junge Mitra, bei der Ulrich und Brandes in Teheran unterkamen. Die beiden umschrieben sieals weltoffene Iranerin, die ihnen alles über das Leben in der Hauptstadt erzählen konnte. So erfuhren sie, dass es viele Familien oder Paare auf die Garden Bridge zog, wo Familien ausgelassen im Park picknicken oder Volleyball spielen. Paare treffen sich und tauschen verschämte Blicke aus. Junge Leute sitzen in (gleichgeschlechtlichen) Gruppen zusammen und essen Burger, Pizza oder Lasagne.


"Denn während im Iran alles verboten ist, ist auch alles möglich", fassen sie ihre Erfahrungen zusammen.

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Turkmenistan - Ein Grenzübergang der besonderen Art


Nachdem Ulrich und Brandes den Iran verlassen haben, ging es über die Grenze nach Turkmenistan.
Die Grenzkontrolle selber hatte dann ihren eigenen Charme. Eintreten, warten, Pass abgeben, warten, Rechnung bezahlen, warten, Pass zurück, wir werden in Fahrer und Passagier getrennt.

Als Fahrer muss ich wohl eigentlich eine Tortur durchlaufen. Auf dem Weg dahin begegnet mir ein freundlicher Mann und fragt, ob ich ihm eine Zigarette geben kann. Auch als Nichtraucher habe ich natürlich eine Schachtel in meiner Hemdtasche dabei und biete ihm gleich die ganze Packung an. Er freut sich und schickt mich in ein anderes Büro. Dort Versicherung abschließen, Autopapiere erstellen und mit Durchlaufzettel zum Veterinär. Es stellt sich 'raus, dass dies der freundliche Raucher ist, der sich weiterhin über die Zigaretten freut und kein Problem hat, mir den Stempel zu geben. Weiter zur Bank: Die zu zahlende Summe wird kurzfristig um fünf Dollar erhöht und die Erhöhung wird in einem separaten Stapel über den Tisch geschoben. Zum Arzt: Dem Arzt reichen fünf Dollar nicht aus. Ich zahle zehn Dollar, um keine Darmspiegelung zu erhalten. Weiter zum Militär: Wir bekommen ein GPS, was wir aber am zweiten Tag vergessen haben zu laden. Weiter zum Zoll: Freundliche Begrüßung mit einem "Heil Hitler". Anschließend die Frage nach meinen Dollar-Reserven, schließlich kann man damit in Turkmenistan zahlen. Da ich leider nur vier Dollar übrig habe und diese dummerweise sogar auf dem Tresen vergesse, geht es ans Auto: genaue Prüfung meiner Medikamente. Ich kann dem guten Herrn leider kein Viagra für sein "Problem" geben. Mit Fragen nach Seife hatten wir gerechnet, Viagra war nicht eingeplant. Anscheinend hat er Kopfschmerzen und lobt meine Aspirin Tabletten. Deutsches Qualitätsprodukt eben - und wenn er doch Schmerzen hat?
Damit ist die Kontrolle dann auch umgehend beendet. Nach zwei weiteren "Heil Hitler" (seit wann verabschieden wir uns in Deutschland auch so?) und ich darf meinen Passagier abholen.

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Fahren für einen guten Zweck


Ein wichtiger Teil der Rallye ist es, für einen wohltätigen Zweck Spenden zu sammeln. Die ersten 1.000 britischen Pfund gehen an Cool Earth. Jeden weiteren Euro, den die beiden Braunschweiger sammeln, geht an KöKi Braunschweig, einen Verein zur Förderung körperbehinderter Kinder. Ulrich und Brandes hoffen auf viele Spenden und suchen auch weiterhin nach Sponsoren, die sie unterstützen. Wer das Team bei ihrer Mission unterstützen will, kann hier spenden.

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