Mord in Peine: Polizei veröffentlicht mysteriöse Anrufe bei "Aktenzeichen"

Ein 28 Jahre alter Mordfall beschäftigt die Polizei in Salzgitter noch immer. Nun hat man sich Unterstützung bei der Sendung "Aktenzeichen XY... ungelöst" geholt.

von Anke Donner


Artur L. wurde angeschossen in seinem Auto gefunden.
Artur L. wurde angeschossen in seinem Auto gefunden. Foto: Polizei

Peine. Ein Cold-Case der Polizei Salzgitter landete gestern bei der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY... ungelöst". Gesucht wurde nach Zeugen und Hinweisen, die zur Aufklärung eines Mordfalls führen, der sich 1994 bei Edemissen im Landkreis Peine ereignete. Wie die Polizei auf Nachfrage von regionalHeute.de mitteilte, seien einige Hinweise eingegangen, die nun ausgewertet werden müssen.


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Etwa 30 Anrufe seien nach der Ausstrahlung bei der Polizei eingegangen, die müssen jetzt erst einmal alle abgearbeitet werden. "Die ganz heiße Spur war bisher allerdings noch nicht dabei", sagt Polizeisprecher Frank Oppermann gegenüber regionalHeute.de. Auch den Hinweis, den der ehemalige LKA-Bayern-Kommissar Alfred Hettmer noch in der Sendung als "bemerkenswert" bezeichnete, müssen die Ermittler erst noch überprüfen, sagt Oppermann.

Telefongespräch aufgezeichnet


Während des in der Sendung gezeigten Kurzfilms zum Fall wurden die bisher bekannten Ermittlungsergebnisse zum Tode des damals 52-jährigen Artur L. gezeigt. Der Braunschweiger war am 4. Mai 1994 angeschossen in seinem Auto vor dem ehemaligen Gasthaus "Heidkrug" an der B214 bei Edemissen gefunden wurden. Zwei Tage später erlag der Mann seinen Verletzungen.

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Ein interessantes Detail der Ermittlungen veröffentlichte die Polizei erst gestern im Rahmen der Sendung. Kurz vor dem Tod des Mannes hat es zwei Telefongespräche mit einer "Frau Lomeier" gegeben, die auf dem Anrufbeantworter aufgezeichnet worden sind. Es sei möglich, dass das spätere Opfer mit diesen Anrufen am Abend der Tat an die B214 gelockt wurde, um ihn zu töten. Wie Polizeikommissarin Chantal Marx gegenüber Aktenzeichen-Moderator Rudi Cerne angab, sei es wahrscheinlich, dass die Stimme auf dem Band verfremdet worden sei. Dass die Aufzeichnungen erst gestern in der Sendung veröffentlicht worden sind, habe ermittlungstaktische Gründe, sagt Oppermann.

Die Polizei sucht dringend Zeugen, die etwas zu dem Geschehen in der Tatnacht und vor allem zu den Anrufen machen können. Die Aufzeichnungen der Anrufe können hier über die Aktenzeichen-Internetseite abgerufen werden.


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