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Bürgerinitiative lud zum musikalischen Protest in die Okeraue

von Marian Hackert


Die Interessengemeinschaft Stöckheim/Leiferde lud zum Bürgerfest mit Open Air Konzert ein. Fotos: Marian Hackert
Die Interessengemeinschaft Stöckheim/Leiferde lud zum Bürgerfest mit Open Air Konzert ein. Fotos: Marian Hackert

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04.11.2017

Braunschweig. Die Interessengemeinschaft Stöckheim/Leiferde lud zum Bürgerfest mit Open Air Konzert ein. Zahlreiche Bürger waren gekommen, um sich unter dem Motto „Informieren-Diskutieren-Mitbestimmen" bei einem kulinarischen und musikalischem Straßenfest über den geplanten Brückenneubau in der naturbelassenen Okeraue austauschen.



So viele Menschen hatten die Anwohner der Fischerbrücke schon lange Zeit nicht mehr auf einmal in ihrer Straße gesehen. An mehreren Ständen nutzten die Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit sich über den geplanten Brückenausbau in ihrem Heimatort zu informieren. Auf den Informationsschildern konnte der genaue Bauplan eingesehen und mit den Organisationen der Protestveranstaltung im Detail besprochen werden - und Gesprächsstoff gab es viel. Schließlich gehe es nicht nur um eine mögliche Verschwendung von Steuergeldern, sondern auch um die Zukunft der einzigartigen Kulturlandschaftund somit auch um die Zukunft des Ortes,sagt Barbara Lagies, Öffentlichkeitskoordinatorin der Initiative, die den Protest ins Leben gerufen hatte.

Zerstörung der einzigartigen Kulturlandschaft



Öffentlichkeitskoordinatorin Barbara Lagies und Henning Beims sprechen sich klar gegen die Pläne der Stadt aus. Foto:



"Die Oker hat hier noch ihren natürlichen Flußlauf, ist nicht begradigt wie andernorts. Auf den angrenzenden Wiesen weiden Pferde und Rinderund auch ein Eisvogel brütet in der Nähe", beschreibt Lagies den Naturraum rund um die Oker. Die Pläne für eine 38 Meter lange und 2,50 Meter hohe Brücke würden diese einzigartige Kulturlandschaft für immer zerstören, ist sich Barbara Lagies sicher. "Überall spricht man von Verkehrsberuhigung, aber wie soll das in diesem Fall zusammen passen? Schließlich soll diefavorisierte Nordtrasse für Schwerlastverkehr mit einer erlaubten Geschwindigkeit von 70 Stundenkilometer vom Ortseingang Leiferde über die Brücke frei gegeben werden", erklärt sie. Das man in Leiferde ohnehin keinen Schwerlasttransport brauche, findet auch Anwohner Henning Beims. Die Stadt wolle doch nur die Industrie unterstützen, ist er überzeugt.


Anwohner nutzten das Bürgerfest, um sich eingehend zu informieren und auszutauschen. Foto:


Hoher Kostenfaktor des Neubaus


Ein weiteres Ärgernis seien die hohen Kosten des Neubaus. Diese lägen bei 4,5 Millionen Euro. Steuerverschwendung in den Augen von Barbara Lagies und vielen Anwohnern. "Die alte Brücke zu erneuern, wäre um einiges günstiger", ist sich die Öffentlichkeitskoordinatorin der Interessengemeinschaft sicher. Es herrscht Einigkeit bei den Besuchern des Bürgerfestes, auch wenn der geplante Neubau der Brücke im Detail viele Ansatzpunkte für Diskussionen bietet. "Es ist schön zu sehen, dass man mit seinen Ansichten nicht allein ist", sagt Henning Beims mit Blick auf die vielen Menschen, die die Fischerbrücke säumen.



Auch an die kleinen Besucher wurde gedacht. Sie konnten sich an vielen Ständen vergnügen. Foto:



Unter ihnen ist auch die Sängerin Coline Wolf, die mit ihrer Band extra ein Lied zum Protest vertont hatte. "Wir unterstützen die Aktion natürlich gern. Wir verstehen absolut nicht, warum die Anwohner so wenig Gehör finden", so die Sängerin, die aus Gifhorn angereist war. Ein erster Schritt sei mit der Veranstaltung gemacht, so Barbara Lagies. "Und es wird sich nicht die letzte Aktion gewesen sein."

Zu den Hintergründe des Protests äußert sichBarbara Lagies im Podcast:

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https://regionalbraunschweig.de/interessengemeinschaft-protestiert-gegen-brueckenneubau/


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