"Mut zur Hoffnung": Die Osterbotschaft von Oberlandeskirchenrat Thomas Hofer

Oberlandeskirchenrat Thomas Hofer, stellvertretender Landesbischof der Landeskirche Braunschweig, macht in seiner diesjährigen Osterbotschaft Mut zur Hoffnung.

Oberlandeskirchenrat Thomas Hofer macht in seiner Osterbotschaft Mut zur Hoffnung.
Oberlandeskirchenrat Thomas Hofer macht in seiner Osterbotschaft Mut zur Hoffnung. | Foto: LK BS/Susanne Hübner

Region. Oberlandeskirchenrat Thomas Hofer, stellvertretender Landesbischof der Landeskirche Braunschweig, macht in seiner diesjährigen Osterbotschaft Mut zur Hoffnung.



Gerade in unsicheren Zeiten erinnere Ostern daran, dass Tod und Zerstörung nicht das letzte Wort haben, sondern die Liebe. Jesus habe den Rachegott außer Kraft gesetzt und auch den vor Waffen klirrenden Menschen: „Er setzt den Gott der Liebe ein und den mitfühlenden Menschen.“ Jesu Glaubensmut, so Hofer weiter, gehe mit uns durch die Zeiten: „Er ist der Christus, der aufersteht in jedem Trösten und Teilen, im Heilen und Streicheln, im Helfen und Frieden schaffen.“ In der Auferstehung Jesu mache Gott uns Mut. Deswegen gelte: „Lass die Furcht vor dem Tod. Lass die Furcht vor dem Leben. Staune, liebe, lache. Es ist Ostern!“

Die Osterbotschaft: „Staune, liebe, lache! Es ist Ostern.


Osterbotschaft 2026 von Oberlandeskirchenrat Thomas Hofer, stellvertretender Landesbischof der Evangelisch-lutherischen Landeskirche in Braunschweig

"Ostern prangt vor Farben: „Vom Eise befreit sind Ströme und Bäche“. So beginnt das Gedicht „Osterspaziergang“ von Johann Wolfgang von Goethe. Die Knospen springen auf, es grünt so grün. Die Natur schlägt ein neues Kapitel auf, und Gott ruft mit Jesus einen neuen Schöpfungstag ins Leben. Karfreitag soll nicht das Ende gewesen sein. Bis zum äußersten hat Jesus für den guten Gott Zeugnis abgelegt. Noch im Sterben brachte er die unter seinem Kreuz Trauernden zueinander. Er setzt den Rachegott außer Kraft und auch den vor Waffen klirrenden Menschen. Er setzt den Gott der Liebe ein und den mitfühlenden Menschen.

Alles hängt an Ostern: Nichts ist aus und vorbei, alles ist intensiver. Jesu Glaubensmut geht mit uns durch die Zeiten. Er ist der Christus, der aufersteht in jedem Trösten und Teilen, im Heilen und Streicheln, im Helfen und Frieden schaffen, gerade in unsicheren Zeiten. Er hat dem Tod die Macht genommen, nicht so, als wäre sein Körper wiederhergestellt, sondern indem er uns zeigt, dass die Liebe stärker ist als der Tod. Immer hat uns die Liebe in Arbeit. Auch wenn wir uns möglicherweise nur als „Raupen“ sehen, können wir wissen: Aus Raupen werden Schmetterlinge.

Der Frühling kann ein stimmiges Bild für Ostern sein: Wo vorher Dürres und Kahles war, tanzt nun das Leben. Frühlingserwachen lässt die Sprengkraft der Auferstehung Jesu erahnen. Kaum zu glauben. Vor uns liegt Zukunft, Wandel, eine neue Kreatur. Der Lieddichter Wolf Biermann hat einmal formuliert: Die Auferstehung ist die härteste Währung auf dem Markt, wo Hoffnungen gehandelt werden. Die Hoffnung dürfen wir uns nicht nehmen lassen. Gott macht uns Mut: Lass die Furcht vor dem Tod. Lass die Furcht vor dem Leben. Staune, liebe, lache. Es ist Ostern."


Osterpredigt im Braunschweiger Dom


Ostern durchbricht die Regeln des Gewohnten. Darauf hat Oberlandeskirchenrat Thomas Hofer, stellvertretender Landesbischof der Landeskirche Braunschweig, in seiner Osterpredigt am 5. April im Braunschweiger Dom hingewiesen.

Ostern sei ein „radikaler Neuansatz im Denken, Fühlen, Hoffen und Bewerten“, so Hofer. Militärische Macht und politische Taktiererei hätten nur einen Scheinsieg errungen. Die Auferstehung Jesu bedeute, dass Gott dessen Leben, seine Verkündigung und seine Taten bestätigt habe: „Todesmächte und Gewalten haben nicht das letzte Wort.“ Die Osterbotschaft setze Jesu Predigt ins Recht: „Die Menschen mit dem sanften Mut werden das Erdreich besitzen. Diejenigen mit dem gewalttätigen und kriegerischen Mut werden unsere Erde zerstören.“

Gott sei ein Gott des Lebens. Ostern widerlege allen Zynismus und alle Entwertung des Lebens durch den Tod. Gott, so Hofer, sei kein Leben egal.

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