Nach großer Fahrt: Das braucht Ihr Wohnmobil jetzt!

Lange Fahrten, wechselnde Wetterverhältnisse und ständiger Betrieb hinterlassen Spuren, die man oft erst bei genauerem Hinsehen erkennt.

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Symbolbild | Foto: AdobeStock /Jure Gasparic 2017

Region. Mehr als eine Million Wohnmobile rollen mittlerweile über Deutschlands Straßen – ein neuer Rekord. Viele der mobilen Feriendomizile kehren jetzt aus dem Sommerurlaub zurück. Nach großer Fahrt empfiehlt TÜV Nord, Technik und Ausstattung gründlich prüfen zu lassen, bevor unbemerkte Schäden zum Sicherheitsrisiko werden. So heißt es in einer Pressemitteilung von TÜV Nord.



„Lange Fahrten, wechselnde Wetterverhältnisse und ständiger Betrieb hinterlassen Spuren, die man oft erst bei genauerem Hinsehen erkennt“, sagt Marc Winkler, Leiter der TÜV Nord Station Wolfenbüttel-Halchter. Ein Sicherheitscheck – im Idealfall in der Fachwerkstatt – bringe das Fahrzeug wieder in einen verlässlichen Zustand und sorge dafür, dass die nächste Hauptuntersuchung ohne teure Überraschungen verlaufe.

Technik im Dauerstress


Auf langen Touren sind Wasser- und Sanitäranlagen im Dauereinsatz. Kleine Schäden wie undichte Tanks oder poröse Leitungen fallen unterwegs oft nicht auf, fördern aber Schimmel und können im schlimmsten Fall sogar die Elektrik gefährden. Eine gründliche Kontrolle nach der Rückkehr sei deshalb unerlässlich.

Auch die Elektrik leide unter Dauerbetrieb und dem ständigen Ruckeln während der Fahrt. Lose Kabel, verschobene Steckverbindungen oder unsauber ausgeführte Umbauten können Probleme verursachen. Besonders CEE-Stecker, Aufbaubatterien, Wechselrichter und Solaranlagen sollten nach einer langen Tour überprüft werden, damit es nicht zu Störungen oder Überhitzungen kommt.

Belastungsprobe für Innenraum und Reifen


Tausende Kilometer über holprige Wege und Landstraßen setzen nicht nur der Technik zu, sondern auch Aufbauten und Innenraum. Was unterwegs stabil wirkt, kann sich auf der Fahrt gelockert haben: Fahrradträger, Dachboxen und Markisen sollten deshalb nach jeder Tour überprüft werden. Gleiches gilt für den Wohnbereich: Tische, Sitzflächen, Schlafplätze und Klappen müssen so befestigt sein, dass sie selbst einer Notbremsung standhalten. Auch Fenster, Dachluken und Lüftungsklappen sollten dicht schließen und zuverlässig verriegeln.

Für Wohnmobile gelten teils strengere Prüffristen als für Pkw.
Für Wohnmobile gelten teils strengere Prüffristen als für Pkw. Foto: TÜV Nord / Eric Shambroom


„Vor allem bei älteren oder umgebauten Fahrzeugen zeigt sich hier nach langen Fahrten häufiger Handlungsbedarf“, sagt der Stationsleiter. Und nicht zuletzt sind die Reifen nach langen Strecken besonders gefordert. Sinkt der Luftdruck, nutzt sich das Profil schneller ab. Deshalb sollten Druck und Profiltiefe nach jeder Reise überprüft werden. Marc Winkler: „Für Winterreifen empfehlen wir mindestens 4 Millimeter Profiltiefe, auch wenn gesetzlich 1,6 Millimeter genügen.“

Strengere Regeln bei der HU


Ein Check nach dem Urlaub erhöhe nicht nur die Sicherheit, sondern senke auch das Risiko von Mängeln bei der Hauptuntersuchung. Denn für Wohnmobile gelten strengere Regeln als für Pkw:
• Bis 3,5 Tonnen: erste HU nach drei Jahren, danach alle zwei Jahre.
• Über 3,5 bis 7,5 Tonnen: alle zwei Jahre, nach sechs Jahren sogar jährlich.
• Über 7,5 Tonnen: jedes Jahr.

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