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Nach missglückter Bohrung: Asse II-Koordinationskreis fordert Widerruf der Genehmigung

Bohrungen könnten neue Wege für einlaufendes Wasser öffnen und im schlimmsten Fall zum Absaufen der Anlage führen, befürchtet der A2K.

Vorbereitung des Bohrplatzes für die Bohrung Remlingen 10 im Sommer 2020.
Vorbereitung des Bohrplatzes für die Bohrung Remlingen 10 im Sommer 2020. Foto: Asse II-Koordinationskreis

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21.07.2020

Remlingen. Am 10. Juli berichtete die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) im Rahmen einer Pressemitteilung auch über eine missglückte Bohrung. Angesichts dessen fordert der Asse II-Koordinationskreis (A2K) das niedersächsische Landesbergamt (LBEG) auf, die Genehmigungen für die von der BGE geplanten und vorbereiteten Bohrungen Remlingen 10 und Remlingen 11 zu widerrufen. Das teilt der A2K in einer Pressemitteilung mit.


"Am 10. Juli 2020 offenbarte die Bundesgesellschaft für Endlagerung der Öffentlichkeit ihre Unfähigkeit, zielgenaue Bohrungen durchzuführen", heißt es in dem Schreiben des A2K an das Landesbergamt. Im Vorfeld der Vorstellung des Rückholplans habe Bereichsleiter Jens Köhler über die aktuellen Arbeiten auf der Schachtanlage Asse II berichtet. Dabei sei er auch auf eine missglückte Bohrung eingegangen, die von der 511-Meter-Ebene in Richtung der Einlagerungskammer 7 auf der 725-Meter-Ebene erstellt worden sei. Die Bohrung sollte die Decke der Einlagerungskammer erreichen. Da der Durchschlag nicht wie geplant erfolgte, wurden die Arbeiten gestoppt und eine Verlaufsmessung des Bohrloches durchgeführt. Dabei wurde festgestellt, dass die Bohrung statt in die Decke der Einlagerungskammer in die Wand zwischen Einlagerungskammer und Hauptverbindungsstrecke (Wendelstrecke) gebohrt wurde. Dies hätten zusätzlich durchgeführte Radarmessungen bestätigt. Die Bohrung werde nun qualitätsgesichert verfüllt.

Protest gegen weitere Bohrungen


Die BGE habe jedoch bereits weitere Bohrungen angekündigt, geplant, genehmigt bekommen und vorbereitet, aktuell mindestens die Bohrungen Remlingen 10 und Remlingen 11. "Gegen diese Bohrungen müssen wir erneut protestieren. Wir fordern Sie als Genehmigungsbehörde hiermit auf, die Genehmigung für die Bohrung Remlingen 11 zurückzunehmen", so der A2K. Wenn die BGE trotz zweier Verlaufsmessungen im Verlauf einer Bohrung zwischen der 511-Meter-Sohle und der 725-Meter-Sohle keinen korrekten Verlauf sicherstellen könne, sei dies erst recht nicht über mehrere Hundert Meter von Übertage aus zu erwarten.

Bereits im Sommer 2019 habe der Asse II-Koordinationskreis dem niedersächsischen Umweltminister Olaf Lies seine die Besorgnis über die Bohrung Remlingen 11, die die BGE als Betreiber von Asse II etwa 500 Meter tief bis in den Salzsattel hineinführen will, mitgeteilt. Die geplante Bohrung liege im Bereich der sensiblen Südflanke mit den Störungszonen und möglichen Wasserwegsamkeiten zwischen dem vollgelaufenen Bergwerk Asse I und dem Atommüll-Lager Asse II. "Dort könnte eine solche Bohrung neue Wege für einlaufendes Wasser öffnen und im schlimmsten Fall zum Absaufen der Anlage führen", befürchtet der A2K.


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