Braunschweig

Nach nur 2 Jahren: „Prinz Albrecht“ im Stadtpark macht wieder dicht

von André Ehlers



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13.03.2014


Braunschweig. Überraschend tauchte die Nachricht bei „Facebook“ auf: „Inventur Verkauf -Prinz Albrecht“. Erst vor zwei Jahren wurde das Stadtpark-Restaurant unter neuem Namen und mit neuem Konzept eröffnet. Nun soll damit schon wieder Schluß sein.



„Ja, es stimmt, wir machen zu“, bestätigt Betreiber Andreas Köhler im Gespräch mit BraunschweigHeute.de. Demnach hat der Vermieter, die Nordmann-Karweil Getränke GmbH, den Pachtvertrag nicht mehr verlängert. „Hätte ich damals gewußt, worauf ich mich einlasse ... ich würde es nicht noch einmal tun“, macht Köhler seinem Frust Luft. Nicht nur das Gebäude, sondern der gesamte Park stehen unter Denkmalschutz. Entsprechend hoch sind die Auflagen. So musste sich der Gastronom zunächst eine Biergarten-Konzession besorgen, obwohl sie als vorhanden versprochen worden war.

Streit gab es auch über die Verkaufsbuden, die Köhler im Park aufstellen ließ. Nicht zuletzt hagelte es im Sommer regelmäßig Beschwerden der Anwohner. „Pünktlich um 22 Uhr hatten wir Besuch von der Polizei“, erinnert sich der Wirt.

„Genuss-Tresor“-Chef hat Interesse




Offenbar gibt es schon einen Nachmieter für das Objekt. Lars Nußbaum hat ein Auge auf den Stadtpark geworfen. Er betreibt den „Genuss-Tresor“ am Bankplatz und die Stadion-Sports-Bar „Wahre Liebe“. Nußbaum sucht zuächst den Dialog mit allen Ansprechpartnern. Dazu gehören ebenso die Stadt als Eigentümer, sowie der Vermieter und der Bezirksrat als Vertretung der Anwohner. Er stellt sich ein Konzept vor, „das dieses Haus verdient hat“. Es sollte wieder ein gemütliches Wirtshaus werden, wo Familien gerne sitzen und Kinder spielen können.

„Wenn er dieselben Bedingungen angenommen hat wie ich, dann bin ich sehr gespannt, wie er damit umgehen wird“, gibt Andreas Köhler seinem Nachfolger mit auf den Weg. So habe der zuständige Vermieter bis heute nicht die nötigen Maßnahmen zur Einhaltung der Brandschutzverordnung im Gebäude umgesetzt.

Mit der Pacht hatte Köhler vor drei Jahren auch den dazugehörigen Vertrag mit der Carlsberg-Brauerei unterzeichnet. Als er die vereinbarte jährliche Abnahmemenge nicht einhalten konnte, bekam der Gastronom die Kündigung auf den Tisch. Dabei liefen besonders die After Work- und die Tanzpartys gut. Auch war das „Prinz Albrecht“ für die kommenden Weihnachsfeiertage schon jetzt voll ausgebucht.

Im „Löwenherz“ am FTB-Stadion geht es weiter


Dennoch ist Köhler auch froh, dass der ständige Stress nun ein Ende hat: „Ich bin Gastronom und kein Anwalt oder Denkmalpfleger.“ Er ist dabei, seinen „Löwengarten“ am Freie-Turner-Stadion für den Sommer und die WM herzurichten. Dazu gehört auch die Bar mit der auffallenden Glasrotunde. Am Donnerstag, 3. April, startet dann hier im „Löwenherz“ sein neues After-Work-Party-Projekt. Manch' einer der treuen „Prinz Albrecht-Gänger“ wird das ein oder andere Möbel- oder Dekostück aus dem Stadtpark wiederfinden. Den Rest hofft Andreas Köhler beim „Inventur-Verkauf“, am Sonntag, 23. März, von 12 bis 18 Uhr, loszuwerden.


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