Nach Sanierungsverfahren: Friseurkette Klier will neu starten

Im September hatte das Unternehmen mit Sitz in Wolfsburg Insolvenz angemeldet. 850 Salons mit zirka 6.400 Mitarbeitern sollen nun erhalten bleiben.

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Symbolbild. Foto: Pixabay

Wolfsburg. Die Klier Hair Group GmbH hat die letzte Etappe in ihrem gerichtlichen Sanierungsverfahren genommen. Die Gläubigerversammlung hat am heutigen Mittwoch dem Insolvenzplan mit großer Mehrheit zugestimmt. Damit stehen die Zeichen für das führende Friseurunternehmen in Deutschland auf Neustart und Aufbruch in eine sichere Zukunft. Jetzt kann die Klier Hair Group das Eigenverwaltungsverfahren – nach der üblichen Frist – voraussichtlich Ende April 2021 beenden, wie die Klier Hair Group mitteilt.


„Das ist ein großer Erfolg und belegt das Vertrauen der Gläubiger in die nachhaltige Sanierung des Unternehmens. Die neu aufgestellte Klier Hair Group kann – trotz Corona – gestärkt aus der Insolvenz hervorgehen und den Großteil der Filialen und Arbeitsplätze erhalten“, bescheinigt Rechtsanwalt Silvio Höfer (Anchor Rechtsanwälte), der als Sachwalter in diesem Verfahren die Gläubigerinteressen vertrete. Das Unternehmen habe seit Anfang September 2020 einen umfassenden Sanierungsprozess durchlaufen. „Die Klier Hair Group ist jetzt robust aufgestellt und hat eine überzeugende Zukunftsstrategie“, sagt Rechtsanwalt Detlef Specovius (Schultze & Braun), der als Chief Restructuring Officer (CRO) das gerichtliche Sanierungsverfahren maßgeblich begleitet und unterstützt hat.

Großteil der Filialen und Arbeitsplätze bleiben erhalten


Alle Strukturen und Geschäftsprozesse seien in den vergangenen Monaten untersucht und optimiert worden. Auch das Standortportfolio sei geprüft worden. Dauerhaft unprofitable Filialen hätten geschlossen werden müssen. Viele teure Innenstadtlagen würden an einem spürbaren Besucher- und Umsatzrückgang leiden und würden die hohen Mieten schon lange nicht mehr rechtfertigen. Das Ziel, für beide Parteien eine langfristig annehmbare Einigung zu erzielen, habe mit einem Großteil der Vermieter erreicht werden können, wodurch einige Filialen vor einer Schließung bewahrt werden konnten. „Somit ist es uns gelungen, insgesamt 850 Salons und Shops mit zirka 6.400 Mitarbeitern – und damit den überwiegenden Teil der Filialen und Arbeitsplätze – zu erhalten“, freut sich Geschäftsführer Michael Klier.

Im September hatte das Unternehmen mit Sitz in Wolfsburg Insolvenz angemeldet.


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