Nach Todesfällen: Sind Asylbewerber häufiger Nichtschwimmer?

4. Juni 2018 von
Die Zahl der Nichtschwimmer steigt allgemein. Symbolfoto: pixabay
Anzeige

Gifhorn. Kürzlich ertrank im Salzgittersee ein 20-jähriger Afghane. Im vergangenen Jahr kam ein gleich altriger Asylbewerber am Bernsteinsee ums Leben. regionalHeute.de ging der Frage nach, ob der Anteil der Nichtschwimmer in dieser Personengruppe besonders hoch ist, ob den Kommunen dieses Problem bewusst ist und ob es entsprechende Maßnahmen gibt.

Anzeige

„Die Anzahl der Nichtschwimmer von neuzugewanderten Personen im Rahmen eines Asylverfahrens sind nicht genau bekannt. Die schwimmerischen Fähigkeiten hängen insbesondere oftmals von Geschlecht, Herkunftsland beziehungsweise Region sowie den persönlichen Interessen der Menschen ab“, erklärt Audrey Grothe, Leiterin der Stabsstelle Integration des Landkreises Gifhorn. Schätzungsweise sei davon auszugehen, dass rund die Hälfte der Personen zumindest nicht sicher schwimmen können. Abnahmeprüfungen oder Leistungsnachweise wie die Schwimmabzeichen in Deutschland seien in anderen Ländern teilweise nicht vorgesehen.

„Seit Einrichtung der Stabsstelle Integration wurde ein intensives Informationsprogramm für ehrenamtliche Helfer und Geflüchtete entwickelt“, so Grothe weiter. Gerade am letzten Mittwoch habe in der Flüchtlingsgemeinschaftsunterkunft im Clausmoorhof in Gifhorn in Zusammenarbeit mit der Deutschen-Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) ein Vortrag über die Baderegeln und die Gefahren im und am Gewässer stattgefunden. Insbesondere sei auf die Gefahren an unbewachten Gewässern und die Verhaltensregeln in Notsituationen hingewiesen worden. „Der Vortrag wurde in drei Sprachen übersetzt. Zusätzlich wird entsprechendes mehrsprachiges Informationsmaterial in den Flüchtlingsunterkünften bereitgestellt“, betont Audrey Grothe.

Kooperation mit der DLRG

Die Baderegeln auf Afghanisch. Foto: DLRG

Weitere Veranstaltungen zu diesem Thema seien in den anderen Sammelunterkünften des Landkreises Gifhorn kurzfristig noch geplant. Ebenfalls wird den Flüchtlingsinitiativen angeboten solche Veranstaltungen durch die Stabsstelle Integration in Kooperation mit der DLRG vor Ort kostenfrei durchzuführen. Interessierte Flüchtlingshilfen können sich unter 05371/82-462 oder per E-Mail an integration@gifhorn.de informieren.

„Es gibt bereits seit Mitte 2017 einen Schwimmkurs für Geflüchtete, welcher von Manfred Torkler und einem Helferkreis betreut wird. Dieser Schwimmkurs findet jeden Freitagabend in der Allerwelle statt. Derzeit ist wegen des Ramadans und den anstehenden Sommerferien eine kurze Pause eingetreten. Nach den Sommerferien geht es weiter. Im Schnitt sind hier zwischen 15 und 25 Teilnehmer anwesend“, berichtet die Integrationsbeauftragte.

Unter anderem habe die Stabsstelle Integration den Kurs bisher bei Bedarf finanziell gefördert. Es seien bereits mehrere Seepferdchen sowie das Schwimmabzeichen in Bronze abgenommen worden. Zusätzlich resultiere aufgrund des hohen Erfolges der Gruppe eine Teilnahme am Drachenbootrennen am Tankumsee. Dort gehe ein Team unter dem Namen „Multikulti Café Aller“ an den Start.

Weiterhin sei ein Schwimmkurs für Geflüchtete im Nordkreis geplant.

Medienpartner
Anzeigen
Anzeigen