Nach Umstellung auf H-Gas: Was liefern mögliche neue Quellen?

In den letzten Jahren wurden die Heizungen vieler Haushalte auf die neue Gasart umgerüstet. Doch mit Russland droht nun eine der Hauptquellen langfristig auszufallen.

von Alexander Dontscheff


Symbolbild.
Symbolbild. Foto: pixabay

Region. In den vergangenen Jahren wurden in Braunschweig und Wolfenbüttel viele Heizungen von L-Gas auf H-Gas umgerüstet. Als Grund wurde seinerzeit unter anderem genannt, dass die Bezugsquellen für das L-Gas (vor allem in den Niederlanden) weitgehend aufgebraucht seien und die neuen Quellen das H-Gas liefern würden. Nun droht mit Russland eine der Hauptquellen des H-Gases längerfristig auszufallen. Doch welches Gas liefern die aktuell in der Diskussion befindlichen Alternativen? Ist eine Rückkehr der L-Gas möglich und eine Rückumrüstung eventuell nötig? regionalHeute.de fragte bei BS Energy und den Stadtwerken Wolfenbüttel nach.



"In Deutschland gibt es zwei verschiedene Erdgasarten: L-Gas (Low calorific gas) hat einen geringeren Methangehalt und damit einen geringeren Brennwert als H-Gas (High calorific gas). Die Gasart und damit der Brennwert unterscheiden sich je nach Herkunft des Gases", erklärt Astrid Ibenthal aus der Stabsstelle Unternehmenskommunikation & Sponsoring bei BS Energy. Wegen des unterschiedlichen Brennwerts würden die verschiedenen Gasarten in getrennten Gasnetzen transportiert.

Norwegen als wichtige Quelle


Laut Bundesnetzagentur könnten rund 20 Prozent des Gasverbrauchs in Deutschland aus heimischer Erdgasproduktion sowie aus Importen aus den Niederlanden abgedeckt werden. Eine weitere wichtige Erdgas-Bezugsquelle für die Bundesrepublik sei Norwegen. Darüber hinaus gebe es derzeit intensive politische Bemühungen seitens des Ministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK), weitere Erdgas-Quellen zu erschließen, zum Beispiel LNG. "Wir gehen davon aus, dass das H-Gas nicht wieder durch L-Gas ersetzt wird", betont Astrid Ibenthal.

"Die Umstellung von L- auf H-Gas auch in unserer Region hatte den Hintergrund, nach zunehmendem Entfall niederländischer und norddeutscher L-Gas Förderungen auf das ansonsten weltweit vorherrschende H-Gas umzustellen", erinnert Joana Ernst von den Stadtwerken Wolfenbüttel. Diese praktisch letzten noch verbliebenen L-Gas Quellen seien in ihrer weiteren Nutzung zunehmend problematisch und gelten als erschöpft. Damit sei bundes- und europaweit das energiereichere H-Gas der Erdgas-„Standard“. Mit einem einheitlich definierten Gas könnten Liefer- und Transportwege frei genutzt werden, die bis dato ansonsten notwendigen strikten Trennungen der Netze würden entfallen.

"Rückumstellung nicht zu erwarten"


Auch die avisierten Lieferungen über die sogenannten LNG-Terminals stellten H-Gas-Lieferungen dar. LNG (liquified natural gas) sei lediglich für den Transport verflüssigtes Erdgas aus Quellen, die H-Gas Qualitäten lieferten. "Rückumstellungen von Gasgeräten sind demzufolge nicht zu erwarten", stellt Joana Ernst klar.


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