Sie sind hier: Region >

Nachwuchswissenschaftler mit Heinrich-Büssing-Preis ausgezeichnet



Braunschweig

Nachwuchswissenschaftler mit Heinrich-Büssing-Preis ausgezeichnet

Jeweils 5.000 Euro erhalten Wissenschaftler aus den Bereichen Terahertz-Forschung, Wirkstoffe aus Tropenpilzen und Abwehrzellen im mathematischen Modell.

Die TU Braunschweig. Symbolbild
Die TU Braunschweig. Symbolbild Foto: Sina Rühland

WhatsApp
facebook
Twitter
LinkedIn
E-Mail

Braunschweig. Mit dem Heinrich-Büssing-Preis hat die „Stiftung zur Förderung der Wissenschaften an der Carolo-Wilhelmina“ des Braunschweigischen Hochschulbundes (BHB) auch in diesem Jahr die herausragenden Leistungen von drei Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern der Technischen Universität Braunschweig ausgezeichnet. Das teilt die Technische Universität Braunschweig in einer Pressemitteilung mit.



Der BHB will mit seiner Stiftung Braunschweigs Bedeutung als herausragenden Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort unterstreichen. Dr. Clara Chepkirui von der Fakultät für Lebenswissenschaften (Doktorvater Prof. Marc Stadler, Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung Braunschweig), Dr. Cordula Reisch von der Carl-Friedrich-Gauß Fakultät (Doktorvater Prof. Dirk Langemann, Institut für Partielle Differentialgleichungen) und Dr. Benedikt Hampel von der Fakultät für Elektrotechnik, Informationstechnik, Physik (Doktorvater Prof. Meinhard Schilling, Institut für Elektrische Messtechnik und Grundlagen der Elektrotechnik) erhalten jeweils 5.000 Euro. Die feierliche Preisverleihung findet coronabedingt 2021 statt.

Einsatz von Pilzen bei der Infektionsbekämpfung


Wohl Jeder kennt das Problem, dass bakterielle Infektionen zunehmend resistent gegen Medikamente werden. Forscherinnen und Forscher suchen deshalb fieberhaft nach neuen Wirkstoffen. Der Einsatz von Pilzen ist den Meisten in diesem Zusammenhang aber sicher neu. Dr. Clara Chepkirui forschte in ihrer Dissertation an tropischen, bisher unbeachteten Pilzen und entdeckte dabei über 60 neue Substanzen, die gegen verschiedene Bakterien, Hefen und Biofilme wirksam sind. Zurzeit laufen Studien, um die vielversprechendsten Substanzen zukünftig beispielsweise in Medikamenten einzusetzen. Als Postdoc an der ETH Zürich setzt Dr. Chepkirui ihre Arbeit an Naturprodukten fort. Abseits der Wissenschaft unterstützt sie intensiv Programme zur Aufklärung und Stärkung von Mädchen in Afrika, um ihnen eine bessere Chance auf eine Ausbildung zu ermöglichen.


Mathematische Hilfe für die Medizin


Wenn der menschliche Körper mit einem Virus kämpft, geht es hoch her. Es spielen sich komplexe Abläufe ab, die bislang erst teilweise verstanden sind. Aus unerwarteter Richtung kommt nun Unterstützung: Dr. Cordula Reisch hat es geschafft in einem mathematischen Modell zu beschreiben, wie die T-Zellen des Immunsystems mit den Viren von Leberentzündungen wie Hepatitis B und C ringen. Die mathematischen Ergebnisse machen es der Medizin möglich, Einflussfaktoren für chronische Leberentzündungen mit lebensgefährlichen Spätfolgen zu identifizieren. So können mit Hilfe des Modells Behandlungspläne für Patienten hinterfragt und überarbeitet werden. Als Postdoc an der TU Braunschweig führt Dr. Reisch ihre Forschung an dem Thema fort und untersucht weitere Anwendungsfälle. Ausgleich zu ihrer hochkomplexen Arbeit bietet Dr. Reisch ihre Volleyball-Mannschaft, mit der sie erfolgreich in der Regionalliga spielt.

Weltweit einzigartiges Terahertz-Mikroskop


Dass Computer immer schneller werden, scheint fast selbstverständlich. Dass es dazu aber ausgezeichnete Forschung braucht, zeigt die Dissertation von Dr. Benedikt Hampel: Höhere Datenmengen benötigen neue Trägerfrequenzen wie den Terahertz-Bereich. Das Institut für Elektrische Messtechnik und Grundlagen der Elektrotechnik an der TU Braunschweig hat deshalb ein weltweit einzigartiges Terahertz-Mikroskop entwickelt, mit dem elektromagnetische Felder dieses Bereiches vermessen werden können. Dr. Hampel schaffte es, das Mikroskop entscheidend weiterzuentwickeln und seinen Einsatzbereich deutlich zu erweitern. Aktuell leitet Dr. Hampel als Nachwuchsgruppenleiter im TU-Exzellenzcluster „QuantumFrontiers“ die Inbetriebnahme eines neuen Terahertz-Mikroskops. Seit 2019 bietet er als Lehrbeauftragter die Vorlesung „Additive Fertigung (3D-Druck)“ an. In seiner Freizeit ist er leidenschaftlicher Musiker und leitete bis vor kurzem das TU-Blasorchester AkaBlas als Dirigent.


zur Startseite