Nawalny-Stabschef glaubt nicht an Freilassung des Kreml-Kritikers

Der im litauischen Exil lebende Stabschef von Alexei Nawalny, Leonid Wolkow, glaubt nicht an eine Freilassung des inhaftierten russischen Oppositionspolitikers in einem Russland unter Wladimir Putin.

von dts Nachrichtenagentur


Symbolbild.
Symbolbild. Foto: Über dts Nachrichtenagentur

Vilnius. Der im litauischen Exil lebende Stabschef von Alexei Nawalny, Leonid Wolkow, glaubt nicht an eine Freilassung des inhaftierten russischen Oppositionspolitikers in einem Russland unter Wladimir Putin. "Putin wird ihn definitiv nicht freilassen", sagte Wolkow der "Welt".


Erst, wenn der russische Präsident weg sei, komme Nawalny zurück. "Solange Putin da ist, spielt es keine Rolle, ob das Urteil jetzt zehn Jahre, acht Jahre oder wie lange auch immer lautet. Es werden immer wieder neue Verurteilungen nachkommen. Es ist de facto eine lebenslange Freiheitsstrafe."

Ob und wann es in Russland zu einem Regierungswechsel komme, sei aber zum jetzigen Zeitpunkt nicht seriös zu sagen. Es sei "wirklich sehr schwierig, einen Zeitpunkt abzuschätzen". Die Isolierung des Landes gegenüber dem Westen führe dazu, dass man von außen kaum sehen könne, "was da in diesem Topf kocht". Es könne aber sein, dass es zu einer Explosion komme.

Befeuert werden könne eine solche Situation etwa durch eine Generalmobilmachung, an die Wolkow wegen des hohen Risikos für Proteste aber nicht glaubt. Falls es doch zu einem wie auch immer gearteten Sturz der Putin-Regierung kommen sollte, erwartet Wolkow einen "Kampf geben zwischen Konservativen und proeuropäischen Kräften". In einem solchen Szenario sieht Wolkow Nawalnys politische Bewegung "gut aufgestellt und fähig". Man habe "erfolgreiche Wahlkampf-Kampagnen in Russland geführt, in dieser toxischen Umgebung, unter unheimlichem Druck".

Und man habe Ergebnisse vorzuweisen - "wir haben in ganz normalen russischen Städten Siege geholt". Deutschland derweil könne einem Russland ohne Putin vor allem helfen, in dem es "ein gutes Vorbild" für einen demokratischen Staat sei. "Ganz einfach. Und andererseits sehr schwierig. Weil man in den vergangenen Jahren vielmals gesehen hat, dass auch westliche Politiker nach Wahlen nicht immer bei den Werten bleiben, für die sie eigentlich stehen."

Das sei "ein großes Problem", weil das entsprechende Narrativ in Russland sehr erfolgreich zur Diskreditierung des Westens eingesetzt werde.


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