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Neue Installation im HAUM: Sophia Loren auf der Kugel

von Alexander Dontscheff


Spiegelungen und Reflexe stehen im Mittelpunkt der Installation. Fotos: Alexander Dontscheff
Spiegelungen und Reflexe stehen im Mittelpunkt der Installation. Fotos: Alexander Dontscheff Foto: Dontscheff

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10.05.2017

Braunschweig. Im 2. Obergeschoss des Herzog Anton Ulrich-Museums (HAUM) wurde ein Raum für junge, zeitgenössische Kunst geschaffen, der zweimal im Jahr neue Konzepte zeigt. Vom 11. Mai bis 17. September 2017 ist die Installation "La Riffa" der Künstlerin Susanne Weirich zu sehen.



Der Begriff der "Jungen Kunst" habe im Herzog Anton Ulrich-Museum Tradition, verdeutlichte Museumsdirektor ProfessorDr. Jochen Luckhardt. In den 1920er Jahren gab es die Gesellschaft der Freunde der Jungen Kunst, um dem Haus Werke des Impressionismus zu verschaffen.

Dialog mit den barocken Sammlungen


"Nach fünf großen Sälen Barockkunst setzen wir auf den Überraschungseffekt", erklärtDr. Sven Nommensen, Museumspädagoge und Kurator, das Konzept der Reihe "Intervention. Raum für Junge Kunst". Wichtige Voraussetzung ist aber, dass die neue Kunst einen "Dialog" mit den Sammlungen des HAUM eingeht.

Im Falle von "La Riffa" der Berliner Künstlerin Susanne Weirich waren es zum einen die Uhren und Automaten - insbesondere die Kugellaufuhr von 1600 - zum anderen das Symbol der Kugel, die sich in vielen Gemälden wiederfindet. Diese gilt als Glücks- oder Schicksalssymbol.

Fortuna auf der Kugel


Die Installation beruht auf dem Film "La Riffa (Der Hauptgewinn)" mit Sophia Loren von 1962. Aus diesem wurden Szenen neu zusammengeschnitten und umselber gedrehte Szenen ergänzt. Zum Beispiel wurde ein Doppel-Greifarmautomat, der auch in der Ausstellung zu sehen ist, in den Film integriert. So wird der Effekt erzielt, dass Sophia Loren sowohl im Film als auch in der Installation in Kommunikation mit dem "Good Luck"-Automaten steht. Dabei steht sie wie die Glücksgöttin Fortuna auf einer Kugel, ähnlich der, die im Automaten zu sehen sind. Der Automat ist programmiert, so dass es für den Betrachter erscheint, er habe ein Eigenleben. In der Mitte des Raumes befinden sich zwei große aufblasbare Industriekugeln, in denen sich Film und Automat sowie die Besucher spiegeln. "Der Besucher wird quasi komplett in ein Lichtspiel eingehüllt", erklärt Dr. Sven Nommensen. Diese miteinander korrespondierenden Elemente sollen die Wankelmütigkeit des menschlichen Schicksals interpretieren.


Kurator Dr. Sven Nommensen und Susanne Weirich mit dem Doppel-Greifarmautomaten "Good Luck". Foto: Dontscheff


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