Region. Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (LWKN) informiert auf seinem Online-Portal tagesaktuell über die Grundwasserstände, die an verschiedenen Messstellen im gesamten Bundesland vorherrschen. An einigen Orten in unserer Region sind diese Werte durchaus besorgniserregend.
Die Messtellen in Groß Mahner (Salzgitter), Dörnten (Landkreis Goslar), Neubrück (Landkreis Peine), Vollbüttel (Landkreis Gifhorn) und Ehmen (Wolfsburg) zeigen auf der Karte eine rote Ampel. Das bedeutet, dass dort die niedrigsten Durchschnittswerte unterschritten sind. In Braunschweig steht die Ampel immerhin inzwischen wieder auf Grün, Wendhausen (Landkreis Helmstedt) aber auf Orange, was für einen sehr niedrigen Wert steht.
Grundwasserstände niedriger als sonst
Die Einstufungen stellen zwar keine Meldestufen dar, sondern dienen einzig der besseren Einordnung in eine langjährige Dynamik, erklärt der Landesbetrieb auf Nachfrage von regionalHeute.de. Dennoch wird daraus klar: Die Grundwasserstände sind derzeit in unserer Region extrem niedrig. Ob sich das im weiteren Verlauf des Jahres verbessert, lässt sich kaum vorhersagen.
Auf Nachfrage von regionalHeute.de erklärt der Landesbetrieb, was die "roten" Werte für die Region bedeuten. Der LWKN blickt dafür auf statistische Werte, die er über Jahrzehnte gesammelt hat. Die aktuellen Werte können daher mit Mittelwerten verglichen werden. Zeigt die Ampel Rot, wie in Salzgitter, Goslar, Peine, Wolfsburg und Gifhorn, dann ist an diesen Stellen der Grundwasserstand derzeit niedriger als beim bisherigen Niedrigswert zu diesem Zeitpunkt im Jahr. Es werden also in der Region momentan neue Minus-Rekorde aufgestellt.
Eine Erklärung für die niedrigen Stände geht noch weit auf das Vorjahr zurück: "In Niedersachsen war das Jahr 2025, insbesondere das Frühjahr, durch teils erhebliche Niederschlagsdefizite geprägt", erklärt der LKWN. Es hat also weniger geregnet als sonst, was sich bis jetzt und heute auswirkt. Auch die Region Braunschweig / Helmstedt – so der LKWN – war 2025 durch teils erhebliche Niederschlagsdefizite geprägt, auch hier insbesondere im Frühjahr.
Winter bringt ebenfalls zu wenig neues Grundwasser
Auch der bisherige Winter sei "für die Grundwasserstandssituation ungünstig" gewesen, teilt der LWKN mit. Selbst das "Schneechaos" in der Region Anfang des Jahres reichte offenbar nicht aus, um diese Werte zu verbessern. Der Landesbetrieb spricht von "deutlichen Niederschlagsdefiziten im November und Dezember 2025 sowie im Januar 2026". Dadurch "konnten sich die Grundwasserstände, aufgrund einer bisher nicht ausreichenden Grundwasserneubildung, allerdings bislang nicht in ausreichendem Maße erholen."
Und die teils noch bevorstehende Schneeschmelze in der Region werde die Grundwasserstände nicht unbedingt verbessern. Es könne sogar "zu einem weiteren Rückgang der Grundwasserstände an zahlreichen Messstellen kommen".
Niederschläge in den kommenden Wochen könnten das Grundwasser auffüllen. Dafür müssten diese Niederschläge zunächst aber die Defizite der vergangenen Monate ausgleichen. Wie sich die Grundwasserstände entwickeln, hänge stark von den kommenden Witterungsbedingungen ab, erklärt der Landesbetrieb.
Und wie sich diese Lage darauf auswirkt, wie viel Grundwasser verfügbar ist, lässt sich aus den Messungen derweil nicht sagen. Mit der Frage, wie viel Grundwasser entnommen werden darf, werden sich derweil die zuständigen Unteren Wasserbehörden beschäftigen.

