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Neue Notfall-Triage-Praxis in der Notaufnahme des Klinikums



Braunschweig

Neue Notfall-Triage-Praxis in der Notaufnahme des Klinikums


Symbolbild: Kai Baltzer
Symbolbild: Kai Baltzer Foto: Kai Baltzer

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Braunschweig. In einem Modelprojekt werden im Braunschweiger Klinikum künftig Ärzte für eine hausärztliche Erstbegutachtung in der Notaufnahme eingestellt. Sie sollen für eine schnellere Versorgung von Patienten sorgen, die nicht stationär behandelt werden müssen.



Die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen unterstützt das Klinikum Braunschweig bei der Einrichtung einer "Notfall-Triage-Praxis". Diese Ärzte werden im Klinikum angestellt sein.

Unter Triage werden in der Notfallmedizin Verfahren zur schnellen orientierenden Einteilung einer großen Anzahl von Patienten nach Dringlichkeit verstanden. Die Notaufnahme ist das Nadelöhr eines jeden Krankenhauses, überall in Deutschland. Auch im Klinikum Braunschweig wächst die Zahl der Patienten von Jahr zu Jahr, weil viele Hilfesuchende vor allem tagsüber kommen, für die niedergelassene Haus- oder Fachärzte die richtigen Ansprechpartner wären. Die Folge sind zum Teil lange Wartezeiten in der Notaufnahme des Klinikums.


„Das Konzept einer ,Notfall-Triage-Praxis‘ in der Zentralen Notaufnahme wird als innovativer, empfehlenswerter Ansatz zur Verbesserung der Versorgung an der ambulant-stationären Schnittstelle von der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen getragen“, sagt Dr. Thorsten Kleinschmidt, Vorsitzender der KVN- Bezirksstelle Braunschweig. „Wir versprechen uns eine Optimierung der Versorgung von ambulanten Patienten, die sich mit hausärztlichen Problemstellungen in der Zentralen Notaufnahme vorstellen“, verdeutlicht der Ärztliche Direktor des Klinikums Braunschweig, Dr. Thomas Bartkiewicz. Die NTP könne das, was zwischen ambulanten Praxen und Krankenhaus tagsüber noch fehlt. Dr. Bartkiewicz: „Sie stuft schnell ein, wer die Infrastruktur eines Krankenhauses benötigt, wer nach kurzer Untersuchung wieder nach Hause geschickt werden kann, und wer in den Händen eines niedergelassen Kollegen bestens aufgehoben ist und dorthin weitervermittelt wird.“

Vorteile für alle Partienten


Damit kämen die Krankenhausressourcen denen zu Gute, die tatsächlich dringend die stationäre Versorgung eines Krankenhauses benötigen. Sowohl Dr. Kleinschmidt als auch Dr. Bartkiewicz betonen zugleich, dass die Notfall-Triage-Praxis kein Ersatz für eine reguläre niedergelassene Hausarztpraxis darstellen wird: So werde es keine offene Sprechstunde geben, es werde Diagnostik betrieben und daher in der Notfall-Triage-Praxis auch keine Folgetermine geben. Am Ende stehe bei Bedarf die Überweisung zum Haus- bzw. Facharzt.

Als weitere Synergieeffekte des Modellprojekts versprechen sich beide Vertragsparteien eine Optimierung der Zusammenarbeit zwischen Klinikärzten und Vertragsärzten, eine Förderung des interdisziplinären Austausches zwischen den in der Zentralen Notaufnahme vertretenen Fachdisziplinen mittels gemeinsamer kollegialer Patientenversorgung.
Das Modellprojekt beginnt formal am 1. April dieses Jahres und hat eine Laufzeit von drei Jahren. Im Erfolgsfall beabsichtigen beide Vertragsparteien im Anschluss eine Fortführung ihrer Kooperation. Sobald die Stellenbesetzung erfolgt sein wird, soll die Praxis in den Räumen der Bereitschaftsdienstpraxis der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen in den nutzungsfreien Zeiten betrieben werden. Erst dann kann die Notfall-Triage-Praxis für die Versorgung von Patienten mit hausärztlichen Problemstellungen für die Patienten zur Verfügung stehen.


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