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Neue Studie: Bis zu 40 Prozent der Infizierten leiden an Long Covid



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Neue Studie: Bis zu 40 Prozent der Infizierten leiden an Long Covid

Forscher der Universitätsmedizin Mainz haben wichtige neue Erkenntnisse gewonnen. Auch die, dass viele die infiziert sind, dies gar nicht wissen.

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Symbolbild Foto: pixabay

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Deutschland. Die Gutenberg Covid-19 Studie – eine der größten bevölkerungsrepräsentativen Studien zur Pandemie in Deutschland – zeigt neue Erkenntnisse zu Long Covid. Demnach geben bis zu 40 Prozent der mit SARS-CoV-2 infizierten Personen Long Covid-artige Symptome an, die über mindestens sechs Monate andauern. Betroffen sind nicht nur Personen mit schwereren Verläufen der akuten Infektion, sondern auch die weitaus größere Zahl der Infizierten mit milden oder asymptomatischen Verläufen und ohne medizinische Behandlung in der akuten Erkrankungsphase. Das teilt die Universitätsmedizin Mainz in einer Pressemitteilung mit.



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In der bevölkerungsrepräsentativen Gutenberg Covid-19 Studie wurde bei etwa fünf Prozent der 10.250 untersuchten Personen im Zeitraum Oktober 2020 bis Juni 2021 mittels PCR- und Antikörpertestungen eine wissentlich oder unwissentlich durchgemachte SARS-CoV-2-Infektion nachgewiesen. Bei allen infizierten Personen und einer Kontrollgruppe wurde das Vorliegen der vielfältigen Symptome erhoben, die laut WHO bei Long Covid auftreten können. Etwa 40 Prozent der Befragten gaben an, über mindestens sechs Monate neu aufgetretene oder an Intensität zugenommene Symptome zu haben. Etwa ein Drittel der Personen sagte aus, seit der Infektion nachhaltig in der Leistungsfähigkeit eingeschränkt zu sein. Dabei wiesen die Personen mit wissentlicher Infektion häufiger spezifische Symptome auf, etwa Geruchs- und Geschmacksstörungen. Weitere häufig genannte Symptome waren: Abgeschlagenheit und Müdigkeit, Gedächtnis-, Schlafstörungen oder Atemnot und Kurzatmigkeit. Frauen waren mit rund 46 Prozent etwas häufiger von Spätfolgen einer SARS-CoV-2-Infektion betroffen als Männer (rund 35 Prozent). Das Alter spielte für das Auftreten von Long Covid kaum eine Rolle. Positiv war, dass die Anzahl der Long COVID-Symptome im Laufe der Zeit nach einer Infektion abnahm.

35 Prozent wussten nichts von ihrer Infektion


„Die Gutenberg Covid-19 Studie zeigt, wie wichtig klinische Forschung und gerade auch Untersuchungen in der Allgemeinbevölkerung sind. So verstehen wir jetzt viel besser, wer gefährdet ist, eine Covid-Infektion zu bekommen. Eindrücklich ist auch die Erkenntnis, dass 35 Prozent der Teilnehmenden, die eine Infektion durchgemacht hatten, sich bis dahin dessen nicht bewusst waren. Das bedeutet einerseits, dass es sehr milde Verläufe gibt, aber andererseits auch, dass man unbemerkt viele andere Menschen anstecken könnte“, erläutert Univ.-Prof. Dr. Norbert Pfeiffer, Vorstandsvorsitzender und Medizinischer Vorstand der Universitätsmedizin Mainz.


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