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Neues Verfahren zur Klärschlammbehandlung in Schöningen


Aygün Erarslan (li.) und Bürgermeister Henry Bäsecke nehmen die Anlage in Betrieb. Fotos: Stadt Schöningen
Aygün Erarslan (li.) und Bürgermeister Henry Bäsecke nehmen die Anlage in Betrieb. Fotos: Stadt Schöningen Foto: privat

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27.06.2018

Schöningen. Die Abwassergesellschaft Elmregia GmbH setzt in der Kläranlage Schöningen an der Oschersleber Straße seit einigen Monaten ein Verfahren zur sogenannten Klärschlammvererdung ein. Bei einem Ortstermin am Dienstag stellten die beiden Elmregia-Geschäftsführer Henry Bäsecke und Aygün Erarslan den Mitgliedern des Stadtrats Schöningen sowie der Ortsräte Esbeck und Hoiersdorf das Projekt vor.


Im Rahmen einer gemeinsamen Begehung wurde die Anlage offiziell in Betrieb genommen. Bislang befand sie sich im Probebetrieb. Das teilt die Stadt Schöningen mit.

„Unsere Anlage setzt stark auf naturnahe Prozesse bei der Klärschlammbehandlung“, erläuterte Henry Bäsecke. „Das entsprechende Know-how ist bei unserem Partner Purena vorhanden, mit dem wir die Zusammenarbeit so weiter vertiefen konnten.“ Die Schöninger Anlage ist das inzwischen fünfte Klärschlammvererdungsprojekt bei Purena. Beim Rundgang über das Gelände erläuterte Aygün Erarslan die Funktionsweise.

Schilfbeet-Fläche fürknapp 1,5 Millionen Euro


Im November 2017 wurde mit einem Kostenaufwand von knapp 1,5 Millionen Euro auf dem Gelände der Kläranlage eine Schilfbeet-Fläche von etwa 9.300 Quadratmetern fertiggestellt. In den vier Erdbecken, welche im Sohlbereich mit einer hochdichten Polyethylene-Folie abgedichtet und mit Schilfsetzlingen in einer Substratschicht bepflanzt wurden, kann voraussichtlich die nächsten 15 Jahre der – technisch bedingt recht dünnflüssige – Klärschlamm aus der Kläranlage eingebracht werden. Im Laufe der Zeit entwässert und mineralisiert der eingebrachte Schlamm in den Becken. Zusätzlich entziehen ihm die Schilfpflanzen Feuchtigkeit und fördern zudem den Zersetzungsprozess organischer Anteile im Schlamm.


Die Geschäftsführer der elmregia GmbH Aygün Erarslan und Henry Bäsecke mit dem Purena-Geschäftsführer Thomas Meyer und Projektleiter Paul Biallas (v. li.). Foto: privat



Über die Jahre entsteht Klärschlamm-Erde, die in der Landwirtschaft und im Landschaftsbau eingesetzt werden kann. Ein weiterer Vorteil: Verglichen mit dem Ausgangs-Klärschlamm findet eine Volumenreduktion von bis zu 95 Prozent statt. Ist der Vererdungsprozess abgeschlossen, können die Schilfbeete ausgebaggert werden. Dabei verbleibt die unmittelbar über der Dichtungsfolie lagernde Substratschicht mit Schilfrhizomen im Becken, sodass die Pflanzen im Anschluss wieder austreiben können.

„Der Vorteil der neuen Vererdungsanlage besteht also darin“, so Aygün Erarslan, „sowohl das zu entsorgende Volumen deutlich zu reduzieren als auch zusätzliche Verwertungsmöglichkeiten für den anfallenden Klärschlamm zu schaffen.


Die neue Klärschlammvererdungsanlage. Foto: privat


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