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Neues Zentraldepot des Braunschweigischen Landesmuseums eingeweiht



Neues Zentraldepot des Braunschweigischen Landesmuseums eingeweiht

Zirka 300.000 Objekte und Kunstwerke werden hier sicher deponiert und somit für die Zukunft bewahrt.

Das Gemäldemagazin des Braunschweigischen Landesmuseums.
Das Gemäldemagazin des Braunschweigischen Landesmuseums. Foto: Braunschweigisches Landesmuseum, A. Pröhle

Braunschweig. Das Braunschweigische Landesmuseum hat am Montag das neue Zentraldepot eingeweiht. Auf über 1.200 Quadratmetern haben nun die Zeugnisse der Braunschweigischen Geschichte Platz. Vom keinen Zinnsoldaten bis hin zum „Eisernen Heinrich“ finden sich Objekte aus zehn Sammlungsbereichen und fast 130 Jahren Museumgeschichte. Das berichten die 3Landesmuseen in einer Pressemitteilung.



Das Landesmuseum hat zehn Sammlungsbereiche, in denen Objekte rund um das Braunschweiger Land und seiner Menschen seit fast 130 Jahren gesammelt wurden. Rund 1,5 Jahre dauerten nun die aufwändige Planung und der umfangreiche Umbau von Lagerungsflächen zu einem Zentraldepot, in dem ab sofort historische Objekte und Zeugnisse aus mehreren Jahrhunderten ihren Platz finden. Vom fünf Zentimeter großen Zinnsoldaten bis zum 3,90 Meter hohen und 1.340 Kilogramm schweren sogenannten „Eisernen Heinrich“ aus dem Jahr 1915 werden hier zirka 300.000 Objekte und Kunstwerke sicher deponiert und somit für die Zukunft bewahrt.

Langfristige Perspektive für die Archivierung


„Das neue `grüne´ Depot bietet eine hervorragende, energieeffiziente und zukunftsorientierte Lagermöglichkeit für umfangreiche Sammlungsbestände des Braunschweigischen Landesmuseums“, so Niedersachsens Minister für Wissenschaft und Kultur, Björn Thümler. „Hier wurde ein zentraler Ort geschaffen, der eine langfristige Perspektive für die Archivierung und Bearbeitung der Sammlung bietet und auf diese Weise die Infrastruktur des Museums deutlich verbessert.“



Auf einer Depotfläche von insgesamt 1.277 Quadratmetern im Innenbereich werden die Objekte in einer zweigeschossigen Regalanlage untergebracht, deren einzelne Wagen per Kettenzug elektronisch bewegt werden können. Die einzelnen Regalfelder der Wagen sind mit Schubladen, Einlegeböden, Gemäldefachteilern oder auch Garderobenstangen versehen und sind auf einzelne Objektkategorien angepasst und bieten optimale Lagerungsmöglichkeiten.

Staub und Schadstoffbelastung wird minimiert



In die bestehende Halle (Baujahr 1973) sind in Trockenbauweise Wände und eine zweite Decke eingebaut worden, das sogenannte „Box-in-Box“ System gewährleistet eine nachhaltige und Energie-effiziente Klimatisierung. Durch Unterdruck wird warme Luft in die Zwischenräume der Wände geleitet, so dass eine indirekte und gleichmäßige Beheizung der Wände und Räume möglich ist. An den Wänden selbst erfolgt nach innen eine Wandtemperierung mit einem Kupferrohrsystem. Für die Dämmung der Decke ist Mineralwolle verwendet worden. Durch ein Belüftungssystem wird zudem vorgefilterte Luft in das Depot geleitet, um einen Eintrag von Staub und Schadstoffbelastung zu minimieren. Auf dem Dach sind Sonnenkollektoren angebracht.

„Das Allerbeste ist, dass die Sammlungen nun in einem Depot gelagert werden, das optimale Bedingungen zur Erhaltung bietet. Dabei haben wir gemeinsam mit der Firma Streiff das Konzept eines grünen Depots umsetzen können, d.h. auch von der Temperaturregulierung bis über den Energieverbrauch ist alles im Low Tech-Bereich“, freut sich die Museumsdirektorin Dr. Heike Pöppelmann. Zusätzlich zu den Depotflächen befinden sich in dem Gebäude voll ausgestattete Büroflächen, ein Fotostudio sowie Sanitärräume.


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