Niedersachsen erfasst weitere 5.084 mögliche Verstöße gegen 12-Uhr-Tankregelung

Niedersachsen hat weitere 5.084 mögliche Verstöße gegen die 12-Uhr-Tankregelung erfasst.

von


Tankstelle (Archiv)
Tankstelle (Archiv) | Foto: Über dts Nachrichtenagentur

Mehr regionalHeute.de bei Google sehen?

Jetzt als bevorzugte Quelle festlegen

Hannover. Niedersachsen hat weitere 5.084 mögliche Verstöße gegen die 12-Uhr-Tankregelung erfasst. Das teilte das Niedersächsische Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Bauen in Hannover mit.


Nach den bereits veröffentlichten Zahlen für April liegen nun die Auswertungen für Mai, Juni und Juli vor. In diesen drei Monaten entfielen 2.139 mögliche Verstöße auf Mai, 1.755 auf Juni und 1.190 auf Juli.

Betroffen waren 577 Tankstellen von 453 Preishoheitsinhabern, also Unternehmen oder Betreiber, die über die Kraftstoffpreise der Tankstellen entscheiden. Die Fälle werden nun für die Ahndung nach dem Kraftstoffpreisanpassungsgesetz geprüft. Das Ordnungswidrigkeitenverfahren sieht vor, dass vor Erlass eines konkreten Bußgeldbescheides eine Anhörung zu den Vorwürfen durchgeführt wird.

In diesem Stadium befinden sich die Verfahren aktuell. Wirtschaftsminister Grant Hendrik Tonne erklärte: "Die 12-Uhr-Regel ist keine unverbindliche Empfehlung. Preiserhöhungen außerhalb der erlaubten Zeit sind und bleiben ein Rechtsverstoß. Wir prüfen die mehr als 5.000 gemeldeten Fälle und ahnden bestätigte Verstöße konsequent mit Bußgeldern. Wer die Kraftstoffpreise festlegt, hat sich an die Regeln zu halten." Im April waren in Niedersachsen 2.039 Verstöße festgestellt worden.

Dafür wurden Verwarngelder von jeweils 55 Euro verhängt.

Bei Verstößen ab Mai führt das Land nun Bußgeldverfahren durch. Für Mai soll das Bußgeld 100 Euro betragen; für die Folgemonate wird es schrittweise erhöht.

Es konnte festgestellt werden, dass sich ein positiver Trend ab den Zeitpunkten der Zustellung von Verwarnungsgeld- und Anhörungsschreiben eingestellt hat. Die sinkenden Fallzahlen sind damit auch auf das Tätigwerden in Niedersachsen zurückzuführen. Tonne fordert zugleich eine Änderung der gesetzlichen Uhrzeit für Preiserhöhungen: "Die Preiserhöhung um zwölf Uhr mittags geht am Alltag vieler Menschen vorbei. Wer mittags arbeitet, kann seine Fahrt zur Tankstelle kaum danach richten, wann der Preis steigt. Wenn Preiserhöhungen erst um 20 Uhr erlaubt wären, könnten deutlich mehr Menschen nach Feierabend noch zu einem günstigeren Preis tanken. Der Bund sollte die Regel entsprechend ändern." Nach dem Kraftstoffpreisanpassungsgesetz dürfen Tankstellen ihre Preise derzeit einmal täglich um 12 Uhr erhöhen.

Preissenkungen sind jederzeit möglich.

Die Markttransparenzstelle für Kraftstoffe erfasst die Preismeldungen und übermittelt die Daten an die Länder. Niedersachsen prüft die Fälle und ist für die Ahndung festgestellter Verstöße zuständig.