Datenschutzbeschwerden in Niedersachsen steigen um 70 Prozent

Die Zahl der Datenschutzbeschwerden in Niedersachsen ist im vergangenen Jahr sprunghaft angestiegen.

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Junge Frau mit Smartphone (Archiv)
Junge Frau mit Smartphone (Archiv) | Foto: Über dts Nachrichtenagentur

Hannover. Die Zahl der Datenschutzbeschwerden in Niedersachsen ist im vergangenen Jahr sprunghaft angestiegen. Das teilte der Landesbeauftragte für den Datenschutz (LfD), Denis Lehmkemper, mit.


Demnach gingen 2025 insgesamt 4.022 Beschwerden ein, was einem Anstieg von 70 Prozent gegenüber dem Vorjahr (2.361) entspricht und sogar die Rekordwerte aus der Corona-Zeit übertrifft. Ein ähnlicher Trend sei auch in anderen Bundesländern zu beobachten. Als Gründe für den Anstieg nennt die Behörde ein gestiegenes Interesse der Bürger am Datenschutz sowie den Einfluss von KI-Chatbots in Suchmaschinen.

Diese wiesen bei datenschutzrechtlichen Fragen häufig auf Beschwerdemöglichkeiten hin und lieferten teils sogar Formulierungsvorschläge für Anschreiben. Der starke Zuwachs stelle die Aufsichtsbehörde vor Herausforderungen, weshalb der digitale Beschwerdeprozess optimiert und personelle Kapazitäten erhöht werden sollen. Die meisten Beschwerden betrafen mit über 750 Fällen die Videoüberwachung im privaten Bereich.

Deutlich gestiegen sind auch Beschwerden gegen Inkassounternehmen, Auskunfteien, die Wohnungswirtschaft und den Einzelhandel. Erstmals gab es zudem 20 Beschwerden gegen Betreiber von Künstlicher Intelligenz.

Die Meldungen von Datenschutzverletzungen stiegen leicht um 5 Prozent auf 1.607, die Beratungsanfragen um 20 Prozent auf 917.

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