Hannover. Die Gewerkschaft ver.di hat die Entscheidung von Kulturstaatsminister Wolfram Weimer scharf kritisiert, drei Buchhandlungen von der Liste für den Deutschen Buchhandlungspreis zu streichen. Dies teilte der ver.di-Landesbezirk Niedersachsen-Bremen am Freitag mit.
Betroffen sind unter anderem die Buchhandlung "Rote Straße" in Göttingen und der "The Golden Shop", die beide dem Landesbezirk angehören.
Weimer hatte "verfassungsschutzrelevante Erkenntnisse" als Grund für die Streichung genannt, obwohl eine unabhängige Jury die Läden ausgewählt hatte.
"Der Schritt ist ein fatales Signal", sagte ver.di-Landesbezirksleiterin Andrea Wemheuer. "Wenn eine unabhängige Jury eine Entscheidung gefällt hat und diese anschließend von höchster Stelle einkassiert wird, hat das mit der Achtung der Kulturfreiheit nichts mehr zu tun."
Buchhandlungen seien wichtige Orte des kulturellen Austausches, weshalb man solidarisch an der Seite der betroffenen Läden stehe.
Wemheuer zeigte sich erfreut, dass sich die Buch- und Verlagsbranche schnell mit den ausgeschlossenen Buchhandlungen solidarisiert habe. "Dort wo Willkür herrscht und ein Klima der Angst erzeugt wird, kann Kultur nicht mehr unvoreingenommen stattfinden. Das gilt es zu verhindern", so die Gewerkschafterin.
Ver.di vertritt sowohl den Einzelhandel als auch über die Fachgruppe Literatur die Schriftsteller in Deutschland.
Gewerkschaft kritisiert Streichung von Buchhandlungen aus Preisliste als Angriff auf Kulturfreiheit
Die Gewerkschaft ver.di hat die Entscheidung von Kulturstaatsminister Wolfram Weimer scharf kritisiert, drei Buchhandlungen von der Liste für den Deutschen Buchhandlungspreis zu streichen.
Buchladen "Zur schwankenden Weltkugel" am 12.03.2026 | Foto: Über dts Nachrichtenagentur

