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Niedersächsisches Landvolk lässt „Rote Gebiete“ überprüfen

Ein Gutachten sei in Auftrag gegeben worden, das klären soll, ob die bisherige Bewertung der Nitratgehalte in Gewässern sowie das System zur Erfassung der Werte stimmig sind. Das Ziel sei es, Licht in die Debatte "Nitrat im Grundwasser" zu bringen.

Nitrat im Grundwasser: Das Landvolk will Fakten liefern (Symbolbild).
Nitrat im Grundwasser: Das Landvolk will Fakten liefern (Symbolbild). Foto: Pixabay

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03.02.2020

Region. Im März 2019 haben 22 Kreislandvolkverbände aus Niedersachsen das hydrogeologische Consultingunternehmen HYDOR Consult GmbH aus Berlin mit einem Gutachten zur „fachlichen Evaluierung der Ausweisung von Grundwasserkörpern“ beauftragt. Ausgangspunkt dafür sei die seit Jahren geführte Debatte um Nitrat im Grundwasser, zu der aus Sicht der Verbände nur mit Fakten argumentiert werden sollte. Über den Inhalt des Gutachtens informiert das Niedersächsische Landvolk Braunschweiger Land e.V.


Das Gutachten untersuche zum einen die Plausibilität der im Jahr 2015 durch den Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) in Niedersachsen vorgenommenen Bewertung der Grundwasserkörper hinsichtlich des chemischen Zustandes "Nitrat". Zum anderen prüfe HYDOR die bautechnische Qualität der Messstellen sowie der an ihnen erhobenen Messdaten. Die notwendige Datengrundlage dafür sei vom NLWKN einvernehmlich zur Verfügung gestellt worden.

Überprüfung des Systems



Unter Verantwortung des Firmeninhabers und Geschäftsführers Dr. Stephan Hannappel untersuche HYDOR folgende Fragestellungen:

1. Ist das Wasserrahmenrichtlinien (WRRL)-Messnetz in Niedersachsen repräsentativ für seine gesetzlichen Aufgaben? Ist eine Repräsentanz der Tiefenverteilung der Messstellen im oberen, großräumig zusammenhängenden Grundwasserleiter sowie der Landnutzung an der Erdoberfläche gegeben? Ist das von Deutschland gemeldete Netz mit dem anderer EU-Mitgliedsländer vergleichbar?

2. Wurde die chemische Bewertung der Grundwasserkörper "Nitrat" nachvollziehbar und plausibel mit Messwerten im Grundwasser durchgeführt? Dabei geht es auch um die so genannten „Teilflächen“, die bei der Landesdüngeverordnung 2019 als so genannte „Belastungskulisse Grundwasser“ (oder „Rote Gebiete“) Verwendung fanden.

3.Wie ist die bautechnische Qualität der Messstellen des WRRL-Messnetzes im Hinblick auf die in den technischen Regelwerken dokumentierten Anforderungen („Messstellen TÜV“)? Gehen die Probennahme- und Analysedaten mit den in DIN-Normen enthaltenen Regeln konform?

Ergebnisse im April



„Der Schutz des Grundwassers ist Bestandteil unseres Wirtschaftens. Bei der Debatte um Nitrat im Grundwasser erschienen uns seit Langem Daten im Zusammenhang mit dem Nitrat-Messnetz als sehr unplausibel. Insbesondere in Wasserschutzgebieten, in denen schon seit Jahrzehnten seitens der Landwirtschaft Wasserschutz betrieben wird. Aus diesem Grund haben wir Dr. Hannappel mit der Untersuchung grundlegendster Fragestellungen beauftragt, da aus unserer Sicht nur mit wissenschaftlich fundierten Informationen zu unserem Messstellennetz etwas für die Grundwasserqualität erreicht werden kann. Die Ergebnisse des Gutachtens werden wir voraussichtlich im April 2020 den beteiligten Behörden und der breiten Öffentlichkeit vorstellen können. Und dann erwarten wir uns von den Verantwortlichen in Politik und Verwaltung eine zielorientierte Befassung mit den Ergebnissen“, so Ulrich Löhr, Vorsitzender des Niedersächsischen Landvolks Braunschweiger Land e.V.


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