Braunschweig

Nordzucker: Verlust von 14,6 Millionen Euro - Unternehmen sieht positiven Trend

Der Verlust sei geringer ausgefallen als erwartet. Es soll erneut keine Dividendenausschüttung geben.

Die Unternehmenszentrale der Nordzucker AG in Braunschweig.
Die Unternehmenszentrale der Nordzucker AG in Braunschweig. Foto: Nordzucker

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27.05.2020

Braunschweig. Dr. Lars Gorissen, CEO Nordzucker Konzern, erläuterte im Rahmen der Bilanzpressekonferenz das Ergebnis und den positiven Trend. Die Verluste fielen geringer aus als erwartet, für das kommende Geschäftsjahr sieht er für das Unternehmen wieder positive Ergebnisse. Das teilt die Nordzucker AG in einer Pressemitteilung mit.


Nordzucker hat das Geschäftsjahr 2019/20 mit einem leichten Umsatzanstieg und einem operativen Verlust abgeschlossen, der deutlich geringer als der Vorjahresverlust und als erwartet war. Die Neuausrichtung der Vertriebsstrategie, die deutliche Verschlankung der Organisation und umfassende dauerhafte Kostenreduzierungen haben zur Ergebnisverbesserung beigetragen. Erstmals und mit einem positiven Beitrag konsolidiert wurde die zum 31. Juli 2019 erworbene 70-Prozent-Mehrheitsbeteiligung an dem zweitgrößten australischen Zuckerhersteller Mackay Sugar Ltd. (MSL). Ein positives Ergebnis der Nordzucker AG im laufenden Geschäftsjahr 2020/21 bleibt trotz Unwägbarkeiten aus der Corona-Krise realistisch.

Im Geschäftsjahr 2019/20 (Stichtag 29. Februar) erzielte Nordzucker einen Konzernumsatz von 1.439 Millionen Euro und lag damit 6 Prozent über dem Vorjahr (1.354 Mio. Euro). Das operative Ergebnis (EBIT) betrug minus 15 Millionen Euro (Vorjahr: minus 58 Mio. Euro). Das Geschäftsjahr schloss mit einem Jahresfehlbetrag von minus 15 Millionen Euro ab (Vorjahr: minus 36 Mio. Euro). Im zweiten Jahr in Folge wird der Hauptversammlung keine Dividendenausschüttung vorgeschlagen.

Ausblick: Herausforderungen durch Corona-Pandemie


Die Zuckerpreise am Weltmarkt und in der EU hatten sich im Laufe des zurückliegenden Geschäftsjahres erholt. Gründe dafür: eine rückläufige Produktion in Europa und die Erwartung eines weltweiten Defizits. Die Corona-Pandemie schafft jedoch seit Anfang März völlig neue Rahmenbedingungen auf dem Weltmarkt. Zusammen mit dem massiven Verfall der Ölpreise brachen die Zuckerpreise ein. In Brasilien wird teilweise von Bioethanol- auf Zuckerherstellung umgestellt, wodurch höhere Exportmengen auf dem Weltmarkt erwartet werden.

In Europa schnellte im März 2020 die Nachfrage nach Zuckerprodukten im Einzelhandel ausgelöst durch „Hamsterkäufe“ nach oben. Danach ist die Nachfrage im Einzelhandel zwar auf ein unterdurchschnittliches Niveau gefallen, eine Normalisierung ist allerdings zu erwarten. „Wir konnten die plötzlich aufgetretene erhöhte Nachfrage in allen unseren Ländern bedienen. Hierfür haben sich viele unserer Kunden ausdrücklich bei uns bedankt,“ berichtet Dr. Lars Gorissen, CEO, und weiter: „Aufgrund der Lockerungen gehen wir aktuell davon aus, dass die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Nachfrage in der EU relativ gering sein werden und die Preise weitgehend stabil bleiben. Unser klares Ziel ist, im laufenden Geschäftsjahr wieder positive Ergebnisse zu erwirtschaften.“

Angesichts der fundamentalen Daten kann auch für die Zeit darüber hinaus mit einer Preisentwicklung gerechnet werden, die positive Unternehmensergebnisse, attraktive Rübenpreise und angemessene Dividenden ermöglichen wird. Die Basis dafür sind die geschaffenen wettbewerbsfähigen Kostenstrukturen und hohe Rübenerträge.

Langfristig gut aufgestellt


„Wir gehen davon aus, dass weltweit der Zuckerverbrauch weiter wächst, nachdem ein Corona-bedingter Rückgang überwunden ist, und verfolgen das Ziel, unsere Rohrzucker-Aktivitäten weiter auszubauen“, erklärt Dr. Lars Gorissen.

Den gesellschaftlichen und politischen Herausforderungen hinsichtlich des Umweltschutzes widmet Nordzucker besonderes Augenmerk. Über die seit Jahrzehnten bewiesenen Erfolge in der Energieeffizienz und Kreislaufwirtschaft hinaus entwickelt das Unternehmen Pläne zur weiteren CO2-Reduzierung in der Produktion. Im Rübenanbau geht es darum, im Versuchswesen und in der Forschung an Lösungen für den verringerten Einsatz von Pflanzenschutz- und Düngemitteln zu arbeiten. Auch die Auswirkungen von zwei Jahren mit ausgeprägter Trockenheit und ein ebenso trockener Beginn der Vegetationsperiode in diesem Jahr fordern neue Konzepte.

Die Rübenversorgung ist gesichert


Dass der Rübenanbau Zukunft hat, zeigen die abgeschlossenen Zuckerrüben-Lieferungsverträge in Deutschland. Die Rübenanbauer haben mehr als 85 Prozent der Rübenmenge in Mehrjahresverträgen gezeichnet. Damit ist die Rübenversorgung für die kommenden drei Jahre gesichert.

Die Hauptversammlungen der Nordzucker Holding AG und der Nordzucker AG wurden auf den 7. und 8. Oktober 2020 verschoben.


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