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Nur ein Wunder kann Jens Prügner noch retten



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Nur ein Wunder kann Jens Prügner noch retten

Für den 40-jährigen Wolfsburger gibt es keine Hoffnung mehr. Alles, was sich seine Familie nun wünscht, ist ein letztes, gemeinsames Weihnachtsfest.

von Anke Donner


Jens Prügner mit seiner Tochter. Der 40-Jährige ist an Speiseröhrenkrebs erkrankt. Seine Familie betet, dass es noch ein ein gemeinsames Weihnachtsfest gibt.
Jens Prügner mit seiner Tochter. Der 40-Jährige ist an Speiseröhrenkrebs erkrankt. Seine Familie betet, dass es noch ein ein gemeinsames Weihnachtsfest gibt. Foto: Familie Prügner

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Region. Während sich die Menschen auf die Weihnachtszeit vorbereiten, ihre Häuser festlich schmücken und Geschenke kaufen, hat Nina Prügner-Zappert nur den einen Wunsch: dass ihr Mann Jens das Weihnachtsfest überhaupt noch erlebt. Der 40-Jährige ist an Speiseröhrenkrebs erkrankt und kämpft um sein Leben.



„Es sieht nicht gut aus. Wenn jetzt nicht ein Wunder geschieht, wird das nicht mehr lange gehen. Ich hoffe so sehr, dass wir Weihnachten noch miteinander verbringen können“, sagt Nina Prügner-Zappert im Gespräch mit regionalHeute.de. Ihr Mann Jens, bei dem vor gut einem halben Jahr Speiseröhrenkrebs diagnostiziert wurde, ist nach seiner Operation in München nun in eine Akutklinik an den Chiemsee verlegt worden. Dort soll er sich von seiner dritten Lungenentzündung erholen, damit er die nächste Chemo bekommen kann. Die Chomo, die sein Leben noch ein wenig verlängern könnte und vielleicht möglich macht, dass er das Weihnachtsfest mit seiner Frau und seinen beiden kleinen Kindern erleben darf.

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Im Oktober begab sich Jens Prügner in eine Klinik in München. Dort wurden in einer achtstündigen Operation der Primärtumor an der Speiseröhre und der Magen entfernt. In einer weiteren Operation sollten zwei Wochen später weitere Tumore in den Lymphknoten am Hals entfernt werden. Doch der Körper von Jens Prügner war zu diesem Zeitpunkt schon so geschwächt, dass eine weitere Operation unmöglich war. Es folgten Koma und drei Lungenentzündungen, von denen er sich bis heute nicht erholt hat. Er kämpft jeden Tag, sagt Nina Prügner, doch er ist extrem geschwächt. Jens Prügner wiegt nur noch 59 Kilo, sein Körper ist voller Metastasen. Es gibt keine Hoffnung mehr, dass Jens Prügner diese Krankheit überlebt. Die Operation, in die die Familie so viele Hoffnungen gesetzt hat, hat am Ende nichts gebracht. "Dass das alles nach der Operation so wird, hätte ich nicht gedacht. Ich mache niemandem einen Vorwurf. Man hat alles versucht und wir haben nach jedem Strohhalm gegriffen, den man uns gereicht hat. Aber man hat uns auch von Anfang an gesagt, dass es ihm danach noch schlechter gehen kann. Aber man versucht einfach alles. Wir haben dabei natürlich an unsere Kinder gedacht und daran, dass er noch ein bisschen bei uns sein kann", sagt Nina Prügner.

Aufgeben ist für sie keine Option


Die schlechten Nachrichten nehmen einfach kein Ende. Nachdem Jens Prügner sich nur schlecht von der Operation erholt, wurde auch noch ein Aneurysma festgestellt. Und erst am Dienstag hat Nina Prügner erfahren, dass möglicherweise auch Metastasen an der Leber sind. Nur eine geringe Wahrscheinlichkeit bestehe, dass es sich bei dem, was die Ärzte auf der Leber gesehen haben, um eine Pilzinfektion handelt. Mit einer Therapie soll diese jetzt behandelt werden. "Ich hoffe, dass sich das mit den Metastasen nicht bewahrheitet. Das wäre einfach eine Katastrophe. Wenn die Therapie in einer Woche nicht anschlägt, dann ist das das Ende, dann kann man leider nichts mehr machen. Dabei habe ich so gehofft, dass wir Weihnachten noch irgendwie zusammen sein können", sagt Nina Prügner und zeigt sich weiterhin kämpferisch. Aufgeben ist für sie keine Option. So lange ihr Jens kämpft, kämpft sie auch. Für ihn und ihre Kinder. "Ich muss doch irgendwie stark sein. Manchmal kann ich auch nicht mehr. Aber ich mache es für Jens und unsere Kinder. Ich muss eben irgendwie funktionieren."

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Nina Prügner hat ihren Mann Jens an den Chiemsee begleitet. Dort sitzt sie so oft es geht an seinem Bett, spricht mit den Ärzten und hofft inständig, dass ihrem Mann noch ein wenig Zeit vergönnt ist. "Es wird für uns noch eine lange Zeit so weiter gehen, dass wir zwischen Wolfsburg und dem Chiemsee pendeln", berichtet sie und zeigt sich dankbar über die Unterstützung, die ihr im Augenblick und auch in den vergangenen Monaten zuteil wurde. Durch eine Spendenaktion auf www.betterplace.me konnte sie die enormen Reisekosten nach München und an den Chiemsee auffangen. Auch ein Benefizkonzert wurde in Wolfenbüttel organisiert. Auch moralische Unterstützung erfährt Nina Prügner, und das nicht nur aus dem eigenen Familien- oder Freundeskreis. Auch in den sozialen Netzwerken ist die Anteilnahme an dem Schicksal der jungen Familie groß. Besonders ein Ehepaar aus Wolfsburg ist ihr in den vergangenen Wochen zu einer große Stütze geworden, erzählt sie. "Ich habe sie durch den Spendenaufruf kennengelernt. Es sind so tolle Menschen, wir telefonieren jeden Tag und sie stehen mir in dieser schweren Zeit wirklich sehr zur Seite", ist Nina Prügner dankbar.

Und während überall die besinnlichste Zeit des Jahres einkehrt, Menschen innehalten und Pläne für das neue Jahr schmieden, betet Nina Prügner-Zappert darum, dass ihrem Mann noch dieses eine Weihnachtsfest vergönnt ist. Und sie hat noch einen Wunsch an die Menschen in ihrer Heimat Wolfsburg: "Ich möchte, dass mein Jens nicht vergessen wird."


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