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Offener Brief: Landrätin und Bürgermeister mahnen zur Vorsicht in der Corona-Krise

Man dürfe nicht außer Augen verlieren, dass die Krise immer noch andauere und nur mit Vorsicht weitere Lockerungen möglich seien.

Landrätin Christiana Steinbrügge.
Landrätin Christiana Steinbrügge. Foto: Landkreis Wolfenbüttel

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15.05.2020

Wolfenbüttel. Die Landrätin Christiana Steinbrügge und die Bürgermeister im Landkreis Wolfenbüttel wenden sich in einem offenen Brief an die Bürger im Landkreis Wolfenbüttel mit der Bitte, bei allen Lockerungen der Corona-Maßnahmen, nicht aus den Augen zu verlieren, dass dennoch Vorsicht geboten sei. Die Krise sei noch nicht vorbei. Wir veröffentlichen diesen Brief unkommentiert und ungekürzt.


Sehr geehrte Damen und Herren,

die zurückgehenden Infektionszahlen zeigen, dass wir die Krise in Deutschland bisher gut meistern konnten. Und dass diese Entwicklung so ist, liegt vor allem daran, dass die meisten Einschränkungen akzeptiert wurden - als ein sozialer, solidarischer Akt von uns allen. Deshalb können wir uns seit dieser Woche über eine ganze Reihe von weiteren Lockerungen freuen. So können beispielsweise Restaurants und Kirchen unter Einhaltung von Hygieneregeln wieder öffnen und alle Geschäfte, unabhängig der Verkaufsfläche, können wieder von der Kundschaft betreten werden.

Wir dürfen allerdings nicht vergessen, dass wir uns mit ziemlich großen Schritten auf dünnem Eis bewegen. Viele von uns sind erleichtert und zugleich angespannt und fragen sich: Gehen die Lockerungen gut? Oder haben wir zu viel auf einmal gelockert?

Wir kennen die Antwort nicht. Wenn das alles einmal vorbei ist, werden wir schlauer sein. Was allerdings feststeht: Corona ist keine Verschwörungstheorie. Corona ist die größte Herausforderung, die wir im Landkreis Wolfenbüttel seit Jahrzehnten zu bewältigen haben.

Und noch sind wir mittendrin in dieser Krise. Vorerst gilt es immer wieder abzuwägen, was ist gut für den Gesundheitsschutz, was ist gut für das soziale, öffentliche und wirtschaftliche Leben? Wir alle – von der Landrätin bis zu den Bürgermeistern der Stadt, der Samt- und Einheitsgemeinden – wissen, dass dies allen viel abverlangt, viel Geduld erfordert.

Wir haben bereits wichtige Meilensteine erreicht. Es ist gelungen, die Ausbreitung einzudämmen und unsere Kliniken nicht zu überlasten. Es ergibt keinen Sinn, diese Erfolge wieder umzureißen oder infrage zu stellen.

Natürlich nehmen auch wir die Kritik an den verschiedenen Entscheidungen wahr. Und auch wir sehen, dass sich manche Entscheidung des Landes vielleicht auf den ersten Blick nicht nachvollziehen lässt. In diesem Ringen um das richtige Maß wurden auch die aktuellen Lockerungen beschlossen. Aber eben mit Spielregeln und in dem Vertrauen darauf, dass Menschen sich an diese Spielregeln halten. Gefragt ist Verantwortung, Verantwortung für sich selbst, für andere und für das Gemeinwohl.

Es ist selbstverständlich, dass wir die Maßnahmen erklären müssen. Das versuchen wir auch alle, so gut es geht. Dies setzt aber auch voraus, dass zugehört wird.

Es braucht das Wir. Wir alle müssen mithelfen, damit es funktioniert. Nur dann werden wir auch weiterhin erfolgreich sein. Bitte bleiben Sie achtsam, tragen Sie Sorge für sich und andere und geben Sie dem Leichtsinn keine Chance.

Christiana Steinbrügge, Landrätin
Detlef Kaatz, Bürgermeister Gemeinde Cremlingen
Marco Kelb, Bürgermeister Samtgemeinde Sickte
Klaus Kubitschke, Bürgermeister Samtgemeinde Baddeckenstedt
Marc Lohmann, Bürgermeister Samtgemeinde Oderwald
Andreas Memmert, Bürgermeister Gemeinde Schladen-Werla
Dirk Neumann, Bürgermeister Samtgemeinde Elm-Asse
Thomas Pink, Bürgermeister Stadt Wolfenbüttel


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