Wolfenbüttel

Osterbotschaft des Sickter Altbürgermeisters Dieter Lorenz


Sicktes Altbürgermeister Dieter Lorenz schickt seine Ostergrüße. Foto: Privat
Sicktes Altbürgermeister Dieter Lorenz schickt seine Ostergrüße. Foto: Privat

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01.04.2018

Sickte. Dieter Lorenz, Altbürgermeister von Sickte, schickt den Lesern von regionalHeute.de eine Osterbotschaft. Diese veröffentlichen wir ungekürzt und unkommentiert.




Unsere neue Bundesregierung, danke.
Ein Ostergeschenk?

Was lange währt, wird gut!
Sagt der Volksmund – ob es das auch diesmal tut?
Gott sei Dank, wir haben eine neue Bundesregierung
Und die geht ja auch gleich ran, mit viel Vorhaben, Schwung
Denn: „Neue Besen kehren gut“ und das macht Mut
Ob auch die Politik vom Ostergeschehen lernt
Und sich von rein materiellen Erfolgsrezepten entfernt?

Für viele in unserm Volk ist die Arbeit der neuen Bundesregierung ein Ereignis mit großen Hoffnungen, vielen Erwartungen und ersehnten Verbesserungen. Kanzlerin und Minister haben ihren Amtseid geleistet und die Ernennungsurkunden vom Bundespräsidenten erhalten. „Jetzt kann es los gehen“, und das tat man auch, jeder auf seine Art. Unsere Medien lauerten auf Aussagen mit Auslegungsvielfalt. Da gab es schon in den ersten Tagen einige Beispiele. Für manchen Schnellschuss wäre der Satz: „Eile mit Weile“ wirkungsvoller gewesen.

Danke an alle, die verhandelt und mit gehandelt haben. Warten wir ab, was wie kommt.

Mittlerweile hat unsere Bundeskanzlerin Angela Merkel ihre erste Regierungserklärung im Deutschen Bundestag vorgetragen. Da eine Regierungsbildung noch nie 171 Tage gedauert hat, sei deutlich geworden, dass sich im Land etwas verändert hat. Der Ton der Auseinandersetzungen sei rauer geworden. Darum sei es ihr Bemühen, die Zusammenarbeit zu verbessern. Die Bundeskanzlerin hofft, dass die Menschen sagen: „Die in Berlin haben aus dem Wahlergebnis vom September 2017 etwas gelernt. Die haben wirklich etwas verstanden und viel Konkretes und Gutes für uns erreicht.“ Sie hofft, dass am Ende dieser Legislaturperiode die Bilanz gezogen werden kann: „Unsere Gesellschaft ist menschlicher geworden. Spaltungen und Polarisierung konnten verringert, vielleicht sogar überwunden werden und Zusammenhalt ist neu gewachsen.“

Fußballer würde jetzt sagen: „Jungs (und Mädchen), das Spiel ist angepfiffen. Legt kräftig los,wir wollen ein faires und schönes Spiel sehen, mit gut herausgespielten tollen Toren. Keine Eigentore und keine Fouls.“ Fußball ist ein Mannschaftsspiel und die GroKo eigentlich auch. Geben wir der „GroKo“ 100 Tage Zeit, wie das bei Neuanfängen üblich ist und dann schauen wir genauer hin.

Wir stehen vor dem Osterfest. Es gibt nicht wenige in unserem Volk die das 2000 Jahre alte Ostergeschehen mitfeiern vom jubelnden Einzug in Jerusalem, dem Verrat am Ölberg, Massenverurteilung, Leidensweg und Tod am Kreuze. Am frühen Ostermorgen wird dann die Auferstehung gefeiert, weil es im Leben fast immer eine Zukunft gibt.

Wenn man die Herkunft unserer „Bundespolitiker mit besonderen Aufträgen“ ohne Parteienbindung (gilt auch für Landespolitiker) näher betrachtet, ist es denkbar, dass doch bei manchen die Osterbotschaft zu Ohren kommt und nachdenklich macht. Da kann man dann hoffen, dass nicht Gewinnmaximierung oberster Handelsgrundsatz ist, sondern die soziale und demokratische Markwirtschaft. Das Wirtschaftsgeschehen muss bei seinem Handeln die Folgen auf die Menschen und deren Zusammenleben beachten. Unser Leben ist ein Geben und Nehmen. Wir wollen von der neuen Bundesregierung Ergebnisse.

Was aber tun wir Wählerinnen und Wähler für unsere Zukunft?
In dreieinhalb, oder viereinhalb Jahren, wenn die Wahlperiode von vier auf fünf Jahre verlängert werden sollte, sind wieder Bundestagswahlen. Wir Wähler haben es dann in der Hand, welche Regierungsbildung möglich wird. Wir sollten jetzt alle Parteien beobachten – auf zwei Ebenen: in Berlin und außerhalb, vor Ort, wo die Parteien ihre Grundsätze und Wertevorstellungen diskutieren und formulieren. Bei den Regierungsparteien spricht man zwei Sprachen, einmal das „GroKo deutsch“ (in Berlin) und dann das reine „Parteiendeutsch“(am Sitz der Parteien).

Bei Oppositionsparteien empfiehlt es sich zu beachten, dass es üblich ist, erstmal alles, was von der Regierung kommt, abzulehnen. Der Bogen geht dann weiter auf die anderen Oppositionsparteien in ähnlicher Weise. Nach der Bundestagswahl haben die meisten Parteien ein „nicht weiter so“ angekündigt. Es empfiehlt sich, die Grundsatzdiskussionen zu verfolgen und eventuell auch teilzunehmen.

Parteien sind keine Geheimbünde, sondern wirken an der politischen Willensbildung des Volkes mit (GG 21). Lobby oder Interessenverbände haben diesen Auftrag nicht. Wer Weichen mitstellen will, der muss in das Weichen- und Signalstellwerk gehen. Das sind unsere Parteien. Dabei sind die Parteien „die gebündelten Wählerstimmen von der letzten Wahl.“
Die Frage am Beginn: „Unsere neue Bundesregierung, danke. Ein Ostergeschenk?“ Nach den vielen „Erklärungen höchster Stellen“ könnte, gebündelt, das Ostergeschehen mit den Lehren daraus auch Einzug finden. Die über 2000 Jahre alte Christusbotschaft, die das gelingende Zusammenleben der Menschen lehrt, sollte manchen Verantwortungsträger bewegen zu sagen: „Das ist gut für die Menschen, das will ich auch versuchen.“ Wir offen deshalb, dass diese Bundesregierung ein Ostergeschenk wird.

Allen Leserinnen und Leser ein gesegnetes Osterfest und danach, beim allgemeinem Handeln, die aktuelle Politik etwas mitbewegen.

Mit frohen Ostergrüßen, Dieter Lorenz, Sickte



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