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Ozana Costin im Gespräch über Rumänien früher und heute



Wolfsburg

Ozana Costin im Gespräch über Rumänien früher und heute


Ozana Costin spricht im Hoffmann-Museum über Rumänien. Foto: privat
Ozana Costin spricht im Hoffmann-Museum über Rumänien. Foto: privat

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Wolfsburg. An diesem Sonntag, 23. September, wird das Begleitprogramm zur Sonderausstellung "Diktatur und Demokratie im Zeitalter der Extreme. Streiflichter auf die Geschichte Europas im 20. Jahrhundert" im Hoffmann-von-Fallersleben-Museum fortgesetzt. Das berichtet die Stadt Wolfsburg in einer Pressemitteilung.



Museumsmitarbeiterin Nicole Trnka begrüßt um 15 Uhr Ozana Costin, Gründerin und Intendantin des Holzbank Theaters, zu einem gemeinsamen Ausstellungsrundgang und Gespräch über Europa. Dabei wird der Blick insbesondere auf Rumänien gerichtet, wo die Wolfsburger Theaterfrau geboren wurde und aufwuchs. Aktuell ist dieses EU-Mitglied immer wieder Thema in den Nachrichten, wenn über Massendemonstrationen gegen die Regierung berichtet wird. Und doch sind Kultur und Geschichte dieses Landes vielen Deutschen weitestgehend unbekannt. Um mehr über diesen Teil Europas zu erfahren, ist Ozana Costin eingeladen, aus ihrer Perspektive über persönliche Erfahrungen zu erzählen. Der Eintritt zu dieser Veranstaltung ist frei.

Hintergrund:



Im Herbst 1989 wurde in der DDR "Wir sind das Volk" gerufen und schließlich der Mauerfall gefeiert. Damals fand in der Tschechoslowakei die samtene Revolution statt und der Dissident Vaclav Havel wurde Staatspräsident. Und die Esten, Letten und Litauer begannen, sich ihre staatliche Unabhängigkeit zu ersingen. Auch in Rumänien gingen die Menschen auf die Straße. Sie demonstrierten gegen den Diktator Nicolae Ceausescu und den berüchtigten Staatssicherheitsdienst Securitate. Doch anders als in Polen und Ungarn, in der DDR oder in der ČSSR gelang hier kein friedlicher Umbruch und gestaltete nicht die Opposition den Neuanfang. Der Übergang zu Demokratie und Rechtsstaatlichkeit ist ein langer Prozess, das zeigen auch die derzeitigen politischen Entwicklungen.

Ozana Costin erlebte den gesellschaftlichen Wandel in ihrem Heimatland als junges Mädchen. Ihre Leidenschaft für das Theater ist ein Familienerbe, denn auch Ozana Costins Mutter und Vater sind erfolgreiche Schauspieler. Nach dem Studium an der Universität Bukarest gründete sie gemeinsam mit ihrem Mann Cristian Costin das Bon Ton Theater im rumänischen Iasi. 2009 wanderte die junge Familie dann nach Deutschland aus. Seither leben und arbeiten die Costins in Reislingen, wo sie mit dem Holzbank Theater die Wolfsburger Kulturlandschaft bereichern und ein breites Repertoire an vielen Stücken auf die "Bretter, die die Welt bedeuten" zaubern.

Ozana Costin sagt über sich, sie trage Rumänien im Herzen. Aber ihre Entscheidung, nach Deutschland zu kommen, war bewusst gewählt - aus Respekt und Zuneigung zu ihrem neuen Zuhause. Ihre eigentliche Heimat jedoch ist die Bühne, denn das Theater ist international und kann überallhin mitgenommen werden.


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