Braunschweig

Palliativ — Mehr Anspruch als Wirklichkeit?


Die Podiumsdiskussion im Rahmen des Braunschweiger Palliative Care Tages. Foto: Arbeitskreis Palliative Care Braunschweig
Die Podiumsdiskussion im Rahmen des Braunschweiger Palliative Care Tages. Foto: Arbeitskreis Palliative Care Braunschweig Foto: privat

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16.06.2017

Braunschweig. "Palliativ — Mehr Anspruch als Wirklichkeit?" Unter diesem Titel fand in Braunschweig am 10. Juni der 8. Braunschweiger Palliative Care Tag statt. Mit über 130 Teilnehmern hat sich diese Fachtagung für Ärzte, Pflegende und Begleitende in der Palliativen Lebensphase von schwerkranken und sterbenden Menschen über Jahre etabliert.


Der Arbeitskreis Palliative Care Braunschweig hat mit insgesamt 14 Kollegen ein Netzwerk für die Stadt Braunschweig und die Region geschaffen. Erstmals haben jetzt Stadt und Politik durch das Erscheinen von Dr. Carola Reimann MdB und Dr. Buhr-Riehm, Leiterin des Gesundheitsamtes Braunschweig dieser Arbeit ihre Wertschätzung entgegengebracht. Beide Persönlichkeiten haben diese ehrenamtliche Arbeit außerordentlich gelobt und dem Team des Palliative Care Arbeitskreises ihre Unterstützung angeboten.

Gesundheitssystem braucht "Helden"


Mit derzeit über 70.000 fehlenden Pflegekräften in unserem Land verlangt unser Gesundheitssystem „Helden“, sagt Angelika Augustin (Hospiz am Hohen Tore Braunschweig) in ihrer Begrüßungsrede, ein Zustand, den viele Kollegen physisch und auch psychisch nicht mehr aushalten, eine hoch verantwortliche Tätigkeit innerhalb unserer Gesellschaft, die unterbezahlt ist und viel zu wenig Beachtung im medizinischen Konzept unseres Landes findet. „Uns Kollegen in diesem Arbeitskreis verbindet unsere Haltung und der gemeinsam gedachte Wunsch, dass jedem Menschen überall eine Palliative Versorgung und Begleitung zuteil werden kann, dass diese bezahlt und durch weitergebildetes Fachpersonal gewährleistet wird, unabhängig davon, wo dieser Mensch zu dieser Zeit lebt!“, sagt Angelika Augustin weiter.

“Ich fühle mich allein gelassen"


In einer Podiumsdiskussion äußert Kerstin Dziuba-Kaiser (Städtisches Klinikum Braunschweig) vom Arbeitskreis:
“Ich fühle mich allein gelassen“ und erntet spontanen Beifall dafür. Cornelia Apitz (SAPV, Ev. Luth. Diakonissenanstalt Marienstift Braunschweig) und Birgit Netwall (Alten- und Pflegeheim Wartburg, Lehre) beschreiben das Dilemma sehr genau und fordern dringende Veränderung. Dr. Carola Reimann beschrieb in ihrem Vortrag die schon erreichten, aber auch sehr intensiv die Ziele auf politischer Ebene für die flächendeckende Palliative Versorgung in Deutschland, die noch fehlen oder in den Bundesgremien noch nicht beschlossen werden konnten.

Mit vierVorträgen und achtWorkshops war dieser Fortbildungstag gespickt mit interessanten Themen in Sachen Palliative Care. Der 9. Palliative Care Tag wird am 16. Juni 2018 stattfinden.


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