Parteien unterstützen Volksbegehren für mehr Artenvielfalt in Niedersachsen

Die ÖDP und die Grünen unterstützen zwei Volksbegehren zum Schutz der Artenvielfalt in Niedersachsen.

Ökologische Landwirtschaft soll unterstützt werden.
Ökologische Landwirtschaft soll unterstützt werden. | Foto: pixabay

Goslar/Wolfsburg/Gifhorn. Die Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP) in Wolfsburg und Gifhorn und die Grünen im Landkreis Goslar unterstützen jeweils ein Volksbegehren zur Rettung der Artenvielfalt in Niedersachsen. Dies berichten die Parteien in zwei Pressemitteilungen.


"Die Zeit freiwilliger Regelungen ist vorbei. Spätestens seit dem Volksbegehren in Bayern hätte die Landesregierung entgegenwirken können. Artenvielfalt ist unser aller Überleben!", so Bastian Michel, Regionalbeauftragter der ÖDP in Niedersachsen. Auch der Ortsverband Wolfsburg, sowie die umliegenden Kreisverbände Braunschweig, Helmstedt und Gifhorn werden sich in Form lokaler Aktionsbündnisse bei der Unterschriftensammlung einbringen.

Zur Stärkung der Artenvielfalt stehen verschiedene Punkte in den Forderungen des Volksbegehrens, dazu gehören

- Veränderungen in der Landwirtschaft
- Ausbau von Biotopverbünden
- Reduktion des Flächenverbrauchs bis zur Nettonull
- Naturwälder
- Reduktion der Lichtverschmutzung

Grundlagen für den Arten- und Biotopschutz


„Wir brauchen endlich die richtigen Grundlagen für den Arten- und Biotopschutz. Deshalb unterstützen wir das Volksbegehren „Artenvielfalt.Jetzt!“, damit auch unsere Enkelkinder eine intakte, vielfältige Umwelt erleben können“, erklärte Grünen-Vorstandssprecher Mathias Schlawitz. „Etwa die Hälfte der rund 11.000 Tier- und Pflanzenarten in Niedersachsen sind bedroht; fast zwei Drittel unserer Wildbienenarten stehen auf der Roten Liste. Inzwischen nehmen selbst Allerweltsarten wie der Star in ihren Beständen ab, weil ihnen einfach die Lebensgrundlage fehlt“, ergänzte Vorstandssprecherin Sabine Seifarth.

Gerade die in den letzten Jahren öffentlich diskutierten Studien zum Insektensterben zeigten, dass jetzt gehandelt werden muss. Das Artensterben hat nach Einschätzung der Grünen viele Gründe. Klar sei aber, dass die intensive Nutzung der Landschaft mit hohem Dünger- und Pestizideinsatz sowie die Verinselung der Lebensräume zu den wesentlichen Ursachen gehören. Mit dem Volksbegehren kann ein klarer gesetzlicher Rahmen zum Schutz der Arten geschaffen werden. „Bei der Umsetzung dieser überfälligen Aufgabe wollen wir unsere regionale Landwirtschaft nicht allein lassen. Der vielerorts vorhandene Reformwille muss auch finanziell gestärkt werden, um Existenzen nicht weiter zu gefährden. Um unsere Ökosysteme, unsere heimischen Wildpflanzen, Insekten und Wirbeltiere zu retten, haben bislang aber weder die Bundes- noch die Landesregierung ernsthafte Maßnahmen ergriffen, deshalb müssen wir jetzt handeln“ forderte Schlawitz.