Die Grünen: "Brauchen einen Umbau der Agrarpolitik"


Landwirtschaftsminister Christian Meyer spricht von einem "verstaubten" Modell. Foto: Bündnis90/Die Grünen
Landwirtschaftsminister Christian Meyer spricht von einem "verstaubten" Modell. Foto: Bündnis90/Die Grünen

Ilsede-Solschen. Am 6. Juli findet der öffentliche Erörterungstermin für die Masthähnchenanlage mit 45.000 Tieren in Ilsede-Solschen statt. Stefanie Weigand, Bundestagskandidatin, und Heiko Sachtleben, Landtagskandidat der Grünen im Kreis Peine, nehmen diesen Termin zum Anlass, auf den zwingend erforderlichen Umbau der Agrarpolitik hinzuweisen.


„Die derzeit vorherrschende Tierhaltung in Deutschland wird gesellschaftlich nicht mehr akzeptiert und ist nicht zukunftsfähig. Wir unterstützen Landwirtschaftsminister Christian Meyer voll und ganz in seiner Forderung nach dem Ausstieg aus der Massentierhaltung als Schlüssel zur Bewältigung schwerwiegender Folgen – für Mensch, Tier und Umwelt.“ Zu viele Tiere mit zu wenig Platz und Auslauffläche führten zu mehr Tierleid, mehr Gülle und Überdüngung. Der Schaden für Boden, Luft und Gewässer sei bereits immens, die Hypothek für die kommenden Generationen hoch.

Kennzeichnung aller Fleischprodukte längst überfällig


„Lange überfällig ist die Kennzeichnung aller Fleischprodukte. Eine „verbindliche Tierhaltungskennzeichnung“ nach dem Vorbild der Eierkennzeichnung von „0“ für Bio bis „3“ für konventionelle Stallhaltung zeigt KonsumentInnen klar und deutlich, wie ein Tier gelebt hat, dessen Fleisch sie essen“, fordern beide. Diese Umstellung gebe es nicht zum Nulltarif; eine Umverteilung der Agrarmillionen aus Brüssel sei unabdingbar.

Von jährlich insgesamt rund 50 Milliarden Euro an EU-Agrarsubventionen erhalte Deutschland rund 6,3, Milliarden. Christian Meyer: „Da wird es doch wohl möglich sein, diese üppige Summe nicht mehr vor allem deshalb zu zahlen, weil jemand landwirtschaftliche Fläche hat“, sagte Meyer. „Das sind verstaubte Modelle, die niemals zu einer Ressourcen schonenden Landwirtschaft führen werden.“ Meyer: „Wir müssen umsteuern. Und wir müssen noch mehr als bisher die Leistung der Landwirte honorieren, die auf Klasse statt Masse setzen und damit die Agrarwirtschaft betreiben, die von der Gesellschaft akzeptiert wird – mit mehr Tierwohl, Klima- und Umweltschutz.“


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