Peine. Ende des Sommers bringen die Igelweibchen ihre Jungen zur Welt. Für die Geburt ziehen sie sich gern in Gärten zurück, wo sie im besten Fall Schutz, Nahrung und Ruhe finden sollten. Aber genau hier kann sich eine der größten Gefahren verbergen: der Mähroboter. Darüber informiert der Landkreis Peine.
Das für uns praktische und zeitsparende Gerät stelle für die stacheligen Gesellen eine große Gefahr dar. Trotz technischen Fortschritts würden jedes Jahr zahlreiche Tiere durch die Roboter verletzt, zum Teil so schwer, dass sie ihren Verletzungen erliegen, falls sie nicht rechtzeitig gefunden und fachgerecht versorgt werden können. Gerade Jungtiere würden schnell von den Mährobotern erfasst, da ihnen noch die Mobilität, Schnelligkeit und vielleicht auch die Erfahrung fehle, um auszuweichen. Wenn die Roboter in den Abend- und Nachtstunden eingesetzt werden, entstehe ein Konflikt zwischen Artenschutz und menschlichem Komfort.
Igel erstmals auf der Vorwarnliste
Dieser und weitere Konflikte hätten dazu geführt, dass der Igel in der kürzlich neu erschienenen Fassung der „Roten Liste der Säugetiere in Niedersachsen“ erstmals auf der Vorwarnliste stehe. Als Grund für den Rückgang würden zunehmende Strukturarmut in der Landschaft sowie in Gärten, Parks und Siedlungen genannt, aber auch unüberwindbare Hindernisse wie Mauern oder Straßen. Als neue Gefährdungsursache für Igel werde erstmals auch der Einsatz von Mährobotern aufgeführt.
Appell an die Bevölkerung
„Wir bitten daher eindringlich, Mähroboter nicht mehr ab der Dämmerung fahren zu lassen. Dadurch verringert sich die Gefahr deutlich, einen Igel oder aber auch andere Tiere, wie junge Vögel, Reptilien oder Amphibien, zu verletzen“, erklärt Kreissprecher Fabian Laaß. Durch angepasste Mähzeiten und bestenfalls etwas mehr Strukturvielfalt im heimischen Grün könne jeder Gartenbesitzer einen wertvollen Beitrag zu mehr Artenschutz leisten.