Sie sind hier: Region >

Peines Ausschüsse beraten über Kita-Erweiterung



Peine

Peines Ausschüsse beraten über Kita-Erweiterung

von Nino Milizia


Peine setzt sich intensiv mit der Kita-Frage auseinander. Symbolfoto: Frederick Becker
Peine setzt sich intensiv mit der Kita-Frage auseinander. Symbolfoto: Frederick Becker Foto: Frederick Becker

Artikel teilen per:

Peine. Nach eingehender Bedarfsprüfung sieht Peines Verwaltung Handlungsbedarf und will mit einer Erweiterung der Kita "Schatzkiste" eine erste Maßnahme auf den Weg bringen. Derzeit befassen sich die Fachausschüsse mit der Vorlage, deren Umsetzung 550.000 Euro an Haushaltsmitteln binden würde.



Seit 2013 wurden bereits diverse Maßnahmen umgesetzt, die zur Bedarfsdeckung führen sollten: 2013 waren dies die Krippe "Kinderparadies" in Dungelbeck mit 15 Plätzen, die Kita "Löwenzahn" in Vöhrum mit 15 Plätzen, die Kita "Hand in Hand" in Vöhrum mit 20 Plätzen und der Hort "Hainwaldschule" mit vier Hortgruppen. 2014 folgten eine weitere Gruppe (15 Plätze) in der Kita "Kammerwiesen" sowie die Eröffnung der Krippe "Bullerbü" mit einer Ganztagsgruppe mit 15 Plätzen und einer Vormittagsgruppe mit ebenfalls 15 Plätzen. Hinzu kam in 2015/2016 die Einrichtung einer altersübergreifenden Gruppe in der Kita Regenbogen in Rosenthal mit fünf Krippen- und 15 Regelkindern. In diesem Jahr wurde die Kita "Schatzkiste" an der Woltorfer Straße mit maximal 64 Plätzen eröffnet.

Doch laut Vorlage wurde nun deutlich, dass auch bei Doppelnutzung geeigneter Räume die Raumreserven aufgebraucht seien. In den bestehenden Einrichtungen sei kein Platz mehr für weitere Gruppen, die in Zukunft notwendig werden sollen. Bereits zeitnah sei eine Kapazitätsausweitung erforderlich. Dies rühre daher, dass zum einen die Geburtenzahlen in Peine stiegen. Pro Jahrgang werden nun 30 Kinder mehr erwartet. Durch größere Wohnbauprojekte sei zudem mit einer stärkeren Nachfrage zu rechnen. Ein weiterer Grund: 40 Prozent der in künftigen Baugebieten könnten aus Familien stammen, die zuvor nicht in der Stadt Peine wohnten. Hinzu komme, dass es bereits jetzt besonders in der Kernstadt, Vöhrum/Telgte und und Stederdorf an Integrationsgruppen fehle.

Kurzfristige Maßnahme


Im Augenblick zählt die Verwaltung für das Kitajahr 2017/2018 281 zur Verfügung stehende Kitaplätze, die nicht ausreichend seien, da aktuell ein Bedarf an weiteren 50 Plätzen bestünde. 2018/2019 werde dieser sogar noch weiter ansteigen, woraus sich ein Bedarf an 75 Plätzen ergeben würde. Vor allem die Bereiche Kernstadt, Woltorf/Schmedenstedt/Dungelbeck, Stederdorf und Rosenthal seien davon betroffen. Erschwerend käme hinzu, dass durch Umwandlung von Vormittags- und Nachmittagsgruppen in Ganztagsplätze sich die Anzahl der zur Verfügung stehenden Plätze reduziere und auszugleichen sei.

Ein weiterer Blick unterstreicht die Bedenken der Verwaltung: Im gesamten Regelbereich bestehen 1.519 Plätze. Die bisherige Kalkulation führt zu der Annahme, dass 2019/2020 1.640 Plätze benötigt werden könnten. Daher strebt sie innerhalb eines Jahres eine kurzfristige Maßnahme an: Nach Kindertagesstättengesetz ist der Weg von 5 Kilometern zur Kita zumutbar. Der Handlungsdruck führe somit dazu, dass jeweils zwei Krippen- und Regelgruppen an der Woltorfer Straße geschaffen werden müssten. Diese würden als Ganztagsgruppen geführt, eine Ausstattung mit Bewegungs- und Therapieraum sowie entsprechenden sanitären Einrichtungen ließe gar die Aufnahme von I-Kindern zu.

Mittelfristige Maßnahme


Hierfür müsste der Rat einer Bereitstellung von Haushaltsmitteln in Höhe von 550.000 Euro zustimmen. Geplant sei jedoch, Zuschussmittel bei Land und Landkreis zu beantragen.. Hinzu kämen weitere Betriebskosten von 2.800 Euro für Spiel- und Beschäftigungsmaterial, 3.400 Euro für Inventarunterhaltung und ähnliches sowie 23.500 Euro für Verbrauchsmittel für Beköstigung. Aber auch eine mittelfristige Lösung will die Verwaltung im Blick behalten. Zur Deckung des Krippenbedarfs in Stederdorf und des Mehrbedarfs an I-Plätzen im Bereich Peine Nord schlägt sie vor, die Kita "Zwergenmühle" um eine integrative Krippengruppe und eine integrative Regelgruppe zu erweitern. Dies sei allerdings mit dem in Stederdorf für erforderlich befundenen Familienzentrum in Verbindung zu bringen. Allerdings seien die Planungen noch nicht weit genug fortgeschritten, um sie bereits jetzt zur Diskussion zu bringen. Eine Vorlage wird frühestens im ersten Quartal 2018 erwartet.

Im Bereich Telgte soll zudem ein Investor für ein Bauvorhaben auf dem ehemaligen Elmeg-Gelände Gespräche mit einer kirchlichen Organisation zwecks einer Zusammenarbeit geführt haben. Es könnte hier also ein Sozialbereich zur Schaffung von Krippen- und Regelgruppen entstehen. Doch noch handelt es sich hierbei zunächst um eine reine Interessensbekundung, die die Verwaltung genauestens prüfen und der eigenen Schaffung weiterer Kapazitäten gegenüberstellen will. In den Blickpunkt ist auch eine Sanierungsmaßnahme des Dachs und der Fassade der Kita "Regenbogen" in Rosenthal geraten, da sich hier die Frage nach der Wirtschaftlichkeit stellt. Eventuell könnte auch ein Neubau eine sinnvollere Lösung sein. Hierzu soll es in naher Zukunft einen Vorschlag der Verwaltung geben.


zur Startseite