Braunschweig

Perspektive für die Region: Innovation durch „Gute Arbeit“


Symbolfoto: Haus der Wissenschaft Braunschweig
Symbolfoto: Haus der Wissenschaft Braunschweig Foto: Haus der Wissenschaft Braunschweig

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30.11.2016

Braunschweig. Am gestrigen Dienstag trafen sich etwa 60 Netzwerkmitglieder auf der Jahrestagung des Fachkräftebündnisses Südostniedersachsen im Haus der Wissenschaften und tauschten sich über Kriterien für „Gute Arbeit“ aus.


Die Allianz für die Region lud dazu zusammen mit der Kooperationsstelle Hochschulen-Gewerkschaften ins Haus der Wissenschaften nach Braunschweig ein. Im Wettbewerb um qualifizierte Mitarbeiter sei „Gute Arbeit“ eine Möglichkeit für Unternehmen, sich gegenüber Mitbewerbern positiv zu positionieren, sagt Oliver Syring, Geschäftsführer der Allianz für die Region GmbH: „Durch eine mitarbeiterorientierte Unternehmenskultur können verstärkt neue Fachkräfte gewonnen und an Unternehmen gebunden werden. Zudem ist die Sozialpartnerschaft in der Region Braunschweig-Wolfsburg nicht nur in Großunternehmen, sondern auch im Mittelstand fest verankert. Damit können wir auf dem Weg zur Referenzregion für Arbeit und Lebensqualität im Wettbewerb um die klugen Köpfe punkten.“

DGB-Index „Gute Arbeit“ beleuchtet Auswirkungen der Digitalisierung auf Arbeitsbedingungen


Das Thema „Gute Arbeit“, das auch in der der Strukturpolitik des Landes verankert ist, umfasst Kriterien für gute Arbeitsqualität auf Arbeitnehmerseite. Dazu gehören materielle Sicherheit, umfassende Entwicklungsmöglichkeiten, Wertschätzung, Anerkennung, Solidarität und wichtige soziale Unterstützung. Ein wissenschaftlich fundiertes Instrument zur Messung der Arbeitsqualität aus Sicht der Beschäftigten ist der DGB-Index „Gute Arbeit“, der auch die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Arbeitsbedingungen beleuchtet. DGB-Regionsgeschäftsführer Michael Kleber, der als Beiratsmitglied der Kooperationsstelle Hochschulen-Gewerkschaften Mitveranstalter der Jahrestagung ist, betonte, dass die Gewerkschaften im DGB mit dem Index ‚Gute Arbeit‘ das Ohr ganz dicht an den Beschäftigten haben: „Damit können wir, aber auch die Unternehmen und die Politik, auf konkrete Probleme in den Arbeitsbeziehungen und in den Unternehmen reagieren.“

Aus den verschiedensten Perspektiven diskutierten die Teilnehmer aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft, was gute Arbeit ausmacht und wie dieser sozialpartnerschaftliche Ansatz die Innovationsfähigkeit und die Attraktivität von Unternehmen steigern kann. In drei Workshops stellten Unternehmensvertreter dazu ihre Erfahrungen mit den Themen Kompetenzentwicklung, Unternehmenskultur und Wertschätzung sowie Betriebliches Gesundheitsmanagement vor. Kristina Simon, Personalleiterin der Hch. Perschmann GmbH in Braunschweig, erklärte, dass die Arbeit durch die Digitalisierung anspruchsvoller wird. „Um weiterhin ausreichend Fachkräfte zu finden, ist es gerade für mittelständische Betriebe wichtig, sich als attraktiver Arbeitgeber zu positionieren. Dazu gehört auch, in die Weiterentwicklung der Kompetenzen unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu investieren. Wir setzen das beispielsweise in unserem hausinternen Learning Center um, in dem wir einen systematischen Wissenstransfer, interne und externe Fortbildungsmöglichkeiten sowie verschiedene Maßnahmen zur Förderung des lebenslangen Lernens anbieten.“

Regionales Fachkräftebündnis Südostniedersachsen



Mit dem Ziel der flächendeckenden Fachkräftesicherung hatte die niedersächsische Landesregierung im Juli 2014 die Fachkräfteinitiative Niedersachsen beschlossen und dazu aufgerufen, regionale Fachkräftebündnisse zu gründen. Im Fachkräftebündnis Südostniedersachsen haben sich 27 regionale Arbeitsmarktakteure zusammengeschlossen. Gemeinsam erarbeiten sie Lösungsvorschläge zu den Themen Fachkräftesicherung und Qualifizierung von Beschäftigten und Arbeitssuchenden. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Beratung und Bewertung von Fördermittelanträgen zur Fachkräftesicherung.


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