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Braunschweig: Petriwehr erhält Fischkanupass und wird von Grund auf saniert



Braunschweig

Petriwehr erhält Fischkanupass und wird von Grund auf saniert

Oberbürgermeister Ulrich Markurth informiert sich heute über Stand der Bauarbeiten, die in diesem Jahr abgeschlossen werden sollen.

Symbolfoto
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Braunschweig. Der Wasserverband Mittlere Oker baut im Auftrag der Stadt Braunschweig einen Fischkanupass an das Petriwehr, um es für Fische und andere Kleinlebewesen ökologisch durchgängig zu machen. Zugleich können Kanuten die Anlage künftig für einen leichten Abstieg flussabwärts nutzen. Parallel wird die gesamte Wehranlage derzeit saniert. Oberbürgermeister Ulrich Markurth informierte sich im Rahmen seiner Sommertour über den Stand der Bauarbeiten, die noch in diesem Jahr abgeschlossen werden sollen.



"Das Petriwehr ökologisch durchlässig zu machen, war lange überfällig", sagte Markurth am Donnerstag. "Der modellhafte Borstenfischpass am historischen Wehr komplettiert die Durchgängigkeit der Oker vom Meer bis zum Harz. Schön, dass es möglich war, wie zum Beispiel am Wehr Eisenbütteler Straße die Fischaufstiegsanlage baulich mit der Möglichkeit für Kanuten zu kombinieren, okerabwärts einfach hinabzurutschen. Darüber freuen sich die vielen Wassersportler der Region." Bislang muss das Kanu über eine Treppe getragen werden - besonders für Alleinpaddler eine erhebliche Anstrengung. "Durch Schaffung der großen Ruheräume innerhalb der Fischaufstiegsanlage werden Laichmöglichkeiten für Fische und neue Lebensräume andere Kleinstlebewesen geschaffen", ergänzt Verbandsvorsteher Dr. Bernd Hoppe-Dominik.

Mit der Freimachung des Baufeldes wurde im Dezember 2019 begonnen, ein Spezialboot entschlammte dann im August 2020 den Bereich bei angestautem Wasserstand. Danach wurde die Oker oberhalb des Petriwehrs mit einem Schlauchdamm an der Celler Straße trockengelegt. Die eigentlichen Bauarbeiten begannen nach dem Lichtparcours, um diesen nicht zu stören. Ein Spundwandkasten, der die Fischaufstiegsanlage vom Oberwasser der Oker trennt, wurde im trocknen Baufeld eingebracht. Die Betonarbeiten innerhalb der Fischaufstiegsanlage dauern derzeit noch an. Einbauten wie Borsten, Stege und Holzverkleidungen in der Fischaufstiegsanlage sind bereits fertiggestellt und können nach Abschluss der Betonarbeiten in den nächsten Wochen und Monaten installiert werden.


Parallel zu diesen Arbeiten wird seit Oktober 2020 die gesamte, aus dem 19. Jahrhundert stammende Wehranlage saniert. Das Verfüllen der Hohlräume mit Flüssigbeton in den beiden ersten Stützwänden des Wehres - bisher ca. zwei Kubikmeter - gehört zu den schwierigsten Aufgaben, gefolgt vom Ausstemmen der verwitterten Steine in den Stützwänden, die anschließend ersetzt werden. Die beiden großen Öffnungen des Wehres werden künftig statt wie bisher mit Eichenholzschiebern mit holzverkleideten Aluminiumschiebern ausgestattet, angetrieben von Elektromotoren. Nur die neun kleineren Handschütze bleiben bestehen und werden auch künftig weiter von Hand bedient.
Das aus Holzpfählen bestehende alte Fundament des Wehres, dass wahrscheinlich schon im 18. Jahrhundert gebaut und im Bereich der Fischaufstiegsanlage frei gelegt wurde, befindet sich in einem tadellosen Zustand. So konnte der Spundwandkasten für den Fischkanupass hier unterbrochen werden, ohne das alte Fundament zu zerstören, da es noch immer tragfähig ist. Wehr und angrenzender Park stehen unter Denkmalschutz. Entsprechend wird die gesamte Baumaßnahme in enger Abstimmung mit dem Denkmalschutz und dem Fachbereich Stadtgrün durchgeführt.

Der Bau des Fischkanupasses und die Wehrsanierung sollen Ende Dezember abgeschlossen werden. Neupflanzungen und weitere Arbeiten im angrenzenden Park erfolgen dann im Frühjahr 2022. Finanziert wird das Projekt von der Stadt Braunschweig und mit Fördermitteln des Landes Niedersachsen in Höhe von 1,2 Millionen Euro für den Fischkanupass, der rund 1,85 Millionen Euro kostet. Die Kosten für Fischaufstiegsanlage und Sanierung des Wehrs insgesamt liegen bei rund 6,3 Millionen Euro.


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