Sie sind hier: Region >

Helmstedt: Pflegemaßnahmen zum Erhalt und Förderung seltener Steppenrasen



Helmstedt

Pflegemaßnahmen zum Erhalt und Förderung seltener Steppenrasen

Die Ökologische NABU-Station Aller/Oker lässt auf dem Heeseberg bedrohte Steppenrasen pflegen und reduziert die Verbuschung.

Pflegemaßnahme am Heeseberg.
Pflegemaßnahme am Heeseberg. Foto: ÖNSA/Marieke Neßmann

Artikel teilen per:

Helmstedt. Bevor der Frühling richtig durchstartet, konnte die Ökologische NABU-Station Aller/Oker (ÖNSA) ihre für die Herbst- und Wintersaison geplanten Pflegemaßnahmen auf den Steppenrasen am Heeseberg bei Jerxheim im Landkreis Helmstedt rechtzeitig abschließen. Die Steppenrasen sind mit ihrer typischen Artenzusammensetzung in Niedersachsen einmalig, ohne eine regelmäßige Pflege würde die hohe Artenvielfalt verloren gehen. Das berichtet die NABU-Station in einer Pressemitteilung.



Der Heeseberg mit seinen seltenen Pflanzenarten ist ein überregional bekanntes Naturschutzgebiet und Teil des EU-Schutzgebietsnetzwerk Natura 2000. Einige der Arten sind in Niedersachsen an kaum einer anderen Stelle zu finden. Unter anderem wächst hier das sehr seltene und auf der Roten Liste stehende Haar-Pfriemengras (Stipa capillata). Die Steppenrasen sind über einen langen Zeitraum durch eine extensive menschliche Nutzung entstanden. Die Pflanzen und Tiere sind größtenteils auf offene und stark besonnte Flächen mit offenen Bodenstellen angewiesen, wie sie etwa durch Viehtritt entstehen. Ohne ein entsprechendes Offenhalten des Gebiets würde die einzigartige Vielfalt verloren gehen.

Lokaler Landschaftspflegebetrieb beauftragt


Daher hat die ÖNSA mehrere Maßnahmen geplant und einen lokalen Landschaftspflegebetrieb mit der Umsetzung von Maßnahmen beauftragt. Dieser mähte im Winter den Steppenrasen großflächig und schonend und schnitt aufwachsende Sträucher zurück. Außerdem befreite er die Flächen um einige der sehr seltenen Pflanzenarten von zu dicht aufgewachsenen Gehölzen. Das Schnittgut wurde zerkleinert und komplett abtransportiert. So wird einem zu starken Nährstoffeintrag entgegengewirkt.


Marieke Neßmann, Leiterin der ÖNSA, ist froh: „Durch die Maßnahme konnten wir den Lebensraum einiger seltener und bedrohter Arten optimieren. Durch den starken Kälteeinbruch mit Schneefall war die Umsetzung nicht ganz einfach. Doch der Landschaftspflegebetrieb hat sehr vorsichtig im Gebiet agiert, sodass wir die Maßnahmen mit gutem Ergebnis rechtzeitig vor dem nun einsetzenden Frühling abschließen konnten.“

"Bitte auf den Wegen bleiben!"


Das Heeseberg-Gebiet ist vielerorts bekannt für seinen großen Bestand an den geschützten Frühlings-Adonisröschen (Adonis vernalis), welche bereits ab Anfang März ihre leuchtend gelben Blüten emporrecken können und deshalb viele Naturinteressierte in das Gebiet ziehen. Die ÖNSA bittet alle NaturfreundInnen, unbedingt auf den Wegen zu bleiben. Neßmann betont: „Die Steppenrasen sind sehr trittempfindlich. Durch ein Betreten und Abpflücken könnten viele Arten ernsthaft geschädigt werden. Selbstverständlich sollten die Blüten nicht gepflückt werden.“


Frühlings-Adonisröschen am Wegesrand. Foto: ÖNSA/Marieke Neßmann


Die Maßnahme war im Rahmen des jährlichen Arbeitsplanes von der ÖNSA geplant worden. Die Vor-Ort-Betreuung durch die ÖNSA findet in Kooperation mit der Unteren Naturschutzbehörde Helmstedt statt und wird finanziert vom Land Niedersachsen mit Mitteln des Niedersächsischen Ministeriums für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz. Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) – Betriebsstelle Süd ist Bewilligungsstelle für die Förderung und als Fachbehörde für Naturschutz beratend tätig.


zur Startseite