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Plakate können Igel-Leben retten



Braunschweig

Plakate können Igel-Leben retten

von Alexander Dontscheff


Bereits zum dritten Mal beteiligt sich Familie Philipps an der Plakataktion. Mit dabei die stellvertretende Bezirksbürgermeisterin Jutta Jacobs, Bürgermeister Dr. Helmut Blöcker und Olaf Neubauer. Fotos: Alexander Dontscheff
Bereits zum dritten Mal beteiligt sich Familie Philipps an der Plakataktion. Mit dabei die stellvertretende Bezirksbürgermeisterin Jutta Jacobs, Bürgermeister Dr. Helmut Blöcker und Olaf Neubauer. Fotos: Alexander Dontscheff Foto: Alexander Dontscheff

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Braunschweig. Der Frühling ist da, und so langsam erwachen die Igel aus ihrer Winterruhe. Wie in den beiden Jahren zuvor gibt es (nicht mehr nur) in Melverode eine Igelschutzkampagne. Die ersten Plakate wurden am Samstag aufgehängt.



Initiator ist der Melveröder "Igelfreund" Olaf Neubauer: "2014 habe ich alleine auf der Leipziger und Glogaustraße elf tote Igel gefunden. Das gab für mich den Anstoß, endlich etwas zu tun." Es sei ein harter Kampf mit dem Bezirksrat gewesen, die Schilder, die den Autofahrern signalisieren sollen, dass hier Igel unterwegs sind, aufhängen zu dürfen. Doch Neubauer hat sich mit seinen Unterstützern wie dem Bund für Umwelt und Naturschutz e.V. (BUND) durchsetzen können. Mit Erfolg auch für die Tiere: In den vergangenen beiden Jahren hat der Igelfreund in dem Bereich jeweils nur einen toten Igel gefunden.


Die Grafikdesignerin Sara Landowski hat die Plakate entworfen. Foto: Dontscheff



Tempo entscheidet über Leben und Tod


"Viele wussten gar nicht, dass es hier Igel gibt. Jetzt achten sie darauf und fahren langsamer", berichtet Neubauer. Und das hat in der Tat Auswirkungen. "Durch verändertes Fahrverhalten können Igelleben gerettet werden", weißRobert Slawski, Vorstand der BUND-Kreisgruppe Braunschweig. "Durch den Lichtschein des Autos bleiben die Igel für einen Moment stehen, berappeln sich dann aber wieder. Fährt ein Auto 30 km/h schafft er es auf die andere Straßenseite, bei 50 km/h nicht", so Slawski.

Die Warnplakate werden an öffentlich sichtbaren Gartenzäunen oder Laternen befestigt. Das erste Plakat in diesem Jahr wurde bei Familie Philipps in der Militschstraße aufgehängt. Olaf Neubauer trägt die Kosten für die mittlerweile 60 Plakate selbst - ebenso die 138 Euro die jährlich als Gebühr an die Stadt fällig werden. Braunschweigs Bügermeister Dr. Helmut Blöcker hat allerdings signalisiert, sich dafür einzusetzen, dass der Bezirksrat Teile der Kosten übernimmt.

Alle Igelbeobachtungen melden


Mittlerweile ist die Kampagne über die Grenzen Melverodes hinaus gewachsen. 2016 gab es Anfragen nach Plakaten aus acht Stadtteilen, 2017 sind es schon elf. Der BUND hat einen Aufruf gestartet, alle Igelfunde - tot oder lebendig - zu melden. Dies geht telefonisch unter 0531 / 15599 oder auf der Internetseite.


Robert Slawski bringt eines der Schilder am Gartenzaun der Familie Philipss an. Foto: Dontscheff


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