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Polizei klärt in ASB-Tagespflege über Trickbetrug auf



Wolfenbüttel

Polizei klärt in ASB-Tagespflege über Trickbetrug auf


Polizei klärte Senioren über Betrügereien und Diebstähle auf. Foto: ASB
Polizei klärte Senioren über Betrügereien und Diebstähle auf. Foto: ASB

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Wolfenbüttel. Ältere Menschen werden immer häufiger Opfer dreister Betrugsmaschen. Eine kurze Ablenkung, ein scheinbar zufälliger Rempler auf der Straße und erst beim nächsten Blick in die Handtasche bemerkt man den Verlust der Geldbörse.



Schnell und sicher arbeiten die Diebe häufig in Gruppen und führen ihre Opfer so hinters Licht. Leichte Beute erhoffen sich die Täter mehr und mehr bei älteren Menschen. Ein Diebstahl auf der Straße, der Betrug an der Haustür oder ein dubioser Anruf vom angeblichen Enkel? Potenzielle Gefahren lauern an vielen Stellen. Das Risiko, auf diese Tricks reinzufallen, lässt sich mit Vorsicht und gesunder Skepsis minimieren. Bernd-M. Neidhart, Abteilung Kriminalitätsbekämpfung der Polizeiinspektion Salzgitter / Peine / Wolfenbüttel, referierte in der ASB-Tagespflege ausführlich über Möglichkeiten, sich selbst zu schützen.

Ein Taschendiebstahl am helllichten Tag, mitten in der Fußgängerzone? Sehr unwahrscheinlich, so denkt man. Denn die Realität sieht anders aus. „Es handelt sich um scheinbar zufällige Begegnungen, von denen Sie vielleicht nicht einmal etwas bemerken“, mahnt Polizeikommissar Bernd-M. Neidhart an. „Machen Sie es den Dieben möglichst schwer und unattraktiv“, so Neidhart weiter. Die Empfehlung: Persönliche Dokumente, Bargeld und andere Wertsachen immer dicht am Körper tragen. Männer sollten auf die, zur Aufbewahrung der Geldbörse beliebte, Gesäßtasche verzichten und lieber die vordere Hosentasche nutzen. Bei Frauen ist es die Handtasche, die meist locker über den Arm hängt. Die Gefahr: Beim Einkauf oder im dichten Gedränge nimmt man Berührungen und Stöße zwar wahr, tut sie aber als normal ab. Diese Alltagssituationen nutzen Taschendiebe skrupellos aus. Doch auch sonst gilt auf der Straße Vorsicht. Neidhart rät zudem davon ab, auf der Straße unachtsam Geld zu spenden oder Passanten Bargeld zu wechseln. Die Fingerfertigkeit der Diebe ist beeindruckend. Das Endergebnis ist ein leeres Portmonee. Ebenso trickreich gehen Betrüger auch am Telefon oder postalisch vor. Gewinnbenachrichtigungen klingen häufig zu schön um wahr zu sein. Und genau so ist es auch. Dabei scheint es so einfach: Um den Gewinn abzurufen, müssen Sie lediglich ein Telefonat führen. Geblendet vom bevorstehenden Traumgewinn wählt man unbedacht die Nummer auf seinem Telefon und bleibt, begleitet von einer Computerstimme und beruhigender Musik, minutenlang geduldig am Apparat – doch nichts passiert. Erst auf einer der folgenden Telefonrechnungen erscheinen horrende Verbindungskosten. Der Trick dabei: Hinter der Festnetznummer verbirgt sich ein sogenannter Mehrdienstanschluss. Dieser leitet alle eingehenden Anrufe unbemerkt auf eine teure Telefonnummer um – als ‚Gewinner‘ hat man das Nachsehen.



Enkeltrick führt Senioren oft hinters Licht



Auch der Enkel-Trick, der leider immer wieder erfolgreich angewandt wird, findet vorwiegend am Telefon statt. Hinter dieser Betrugsmasche, von der in der Regel ältere Menschen betroffen sind, steckt mittlerweile ein großes kriminelles Netzwerk. Neidhart dazu: „Im Ausland werden deutsche Telefonbücher nach alt klingenden Namen durchsucht und die Adressen anschließend nach Deutschland verkauft“. Für die Polizei gibt es aufgrund der örtlichen Abgeschiedenheit kein Rankommen. Das Telefonat beginnt meist mit „Hallo, rate mal, wer dran ist!?“. Das Opfer ist überrascht, impliziert mit dieser Frage aber eine nahestehende Person und nennt überrumpelt einen Namen. Diesen Namen muss der Täter nun nur noch aufgreifen und eine dringende Notlage vortäuschen, für die schnellstmöglich Geld benötigt wird. Das Opfer ist sich sicher, den Enkelkindern oder einer anderen angehörigen Person zu helfen und stellt den hohen Bargeldbetrag bereitwillig zur Verfügung. Die Übergabe erfolgt meist über einen Mittelsmann, da das in Notlage geratene Enkelkind angeblich verhindert ist. Erst im Nachhinein wird den Opfern bewusst, wie leichtsinnig hier gehandelt wurde. Vergewissern Sie sich immer, mit wem Sie sprechen. Fragen Sie z.B. nach dem Geburtstag, zweiten Vornamen, etc. Ihre Angehörigen können diese Fragen problemlos beantworten, Betrüger fühlen sich ertappt und werden das Gespräch schnell beenden. Doch auch an der Haustür sollte man vorsichtig sein. „Ich muss ganz dringend telefonieren, mein Auto ist liegengeblieben! Haben Sie freundlicherweise ein Glas Wasser für mich?“ Diese zunächst simpel klingenden Sätze haben einen böswilligen Hintergrund. Diebe nutzen an der Haustür den Überraschungsmoment und die Gutmütigkeit ihrer Opfer aus, um sich Zutritt zur Wohnung zu verschaffen. Deswegen gilt: Lassen Sie niemanden rein! Selbstverständlich können Sie helfen und dem Hilfesuchenden ein Glas Wasser bringen oder Ihr Telefon für einen Anruf zur Verfügung stellen. Lassen Sie jedoch nie die Tür aus den Augen. Denn: Falls Sie Zutritt gewähren oder die Tür unbeobachtet lassen, wird die vermeintlich hilfesuchende Person unbemerkt die Tür einen Spalt auf lassen und ermöglicht somit den Zugang für eine weitere Person. Gehen Sie auf Nummer sicher und folgen Sie dem Rat der Polizei und lassen Sie sich eine Kette bzw. einen Schließbolzen an Ihrer Tür anbringen – diese Zusatzsicherung verhindert, dass die Tür nach dem Öffnen aufgestoßen wird. Herr Neidhart, von der Polizeiinspektion Salzgitter / Peine / Wolfenbüttel (05341 – 1897-109) kommt gerne kostenfrei zur Ortsbegehung zu Ihnen nach Hause.


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