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Pollen im Anflug: Was wirklich hilft

Die Nase läuft, die Augen jucken, Niesattacken kommen im Sekundentakt – für rund 12 Millionen Menschen in Deutschland bedeutet das: Die Pollensaison ist da.

Pollen im Anflug: Was wirklich hilft. | Foto: epd-Video / Video: epd-Video

Region. Die Frühlingszeit bringt für viele Allergiker erhebliche Herausforderungen mit sich: tränende Augen, eine laufende Nase und ständige Niesanfälle. In Deutschland sind davon etwa zwölf Millionen Menschen betroffen. Auch Menschen im späteren Lebensalter könnten plötzlich eine Pollenallergie entwickeln, obwohl sie vorher keine Symptome hatten. Doch was kann man tatsächlich tun, um die Beschwerden zu lindern?



Laut Dr. Stephan Molitor, Allergologe in der Sophienklinik Hannover, gibt es einige Maßnahmen, die selbst ergriffen werden können. Es empfiehlt sich etwa, die Fenster geschlossen zu halten oder Pollengitter anzubringen, die zwar nicht vollkommen dicht seien, aber die Menge der eindringenden Pollen reduzieren können. Zudem können Luftreiniger im Innenbereich hilfreich sein. Auch das persönliche Verhalten sollte angepasst werden: Auf dem Land flögen Pollen meist morgens, in der Stadt eher abends. Bei sportlichen Aktivitäten solle man diese Zeiten berücksichtigen, um die allergische Entzündungsreaktion nicht unnötig zu verstärken.

Nasenspray und Tabletten


Neben diesen Maßnahmen bieten sich auch Antiallergika wie Nasensprays oder Tabletten an. Obwohl nur bei etwa drei bis vier Prozent der Nutzer Müdigkeit als Nebenwirkung auftreten soll, sollte dies bedacht werden. Wer den Verdacht hat, allergisch zu sein, könne seine Symptome mithilfe von Online-Pollenkalendern überprüfen und feststellen, ob sie mit dem aktuellen Pollenflug übereinstimmen. Eine unbehandelte Pollenallergie könne langfristig ernsthafte Konsequenzen haben.

„Die wirkliche Gefahr ist die Asthmatisierung, der Etagenwechsel von den oberen Schleimhäuten zu den unteren, wo dann erst ein allergisches Asthma und in sechzig Prozent der Fälle ein chronisches Asthma bronchiale daraus wird. Und das muss schon im Vorfeld abgefangen und intensiv behandelt werden“, empfiehlt Molitor.

Wenn die Beschwerden stark ausgeprägt sind und Medikamente nicht ausreichen, bestehe die Möglichkeit einer langfristigen Behandlungsoption, die sogar ein allergisches Asthma verhindern könne. In solchen Fällen sollte man mit seinem Arzt besprechen, ob eine Hyposensibilisierungsbehandlung sinnvoll ist. Diese Methode habe je nach Pollenart und individuellem Patienten eine Erfolgsquote zwischen siebzig und neunzig Prozent und gelte als die einzige heilende Behandlung. Das Gespräch mit einem Arzt sei hierbei unerlässlich.

Hyposensibilisierung


Bei der Hyposensibilisierung werde der Körper allmählich durch Tabletten oder Spritzen an die Allergene gewöhnt. Diese Therapieform sei für Menschen jeden Alters geeignet und werde in der Regel von den Krankenkassen übernommen. Sie stelle derzeit die einzige Möglichkeit dar, das Fortschreiten einer Allergie zu stoppen, erfordere jedoch eine Behandlungsdauer von drei bis fünf Jahren.