Pornos und Vergewaltigungen: Mehr Sexualdelikte bei Kindern und Jugendlichen

In der aktuellen Polizeilichen Kriminalstatistik für die Region zeigt sich ein signifikanter Anstieg.

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Symbolbild. | Foto: pixabay

Region. Die Polizeidirektion Braunschweig hat die Polizeiliche Kriminalstatistik 2025 veröffentlicht. Insgesamt ist im Jahr 2025 die Anzahl der Straftaten in der Polizeidirektion Braunschweig erneut zurückgegangen, wie es in einer Pressemitteilung heißt. Doch im Bereich der Kinder- und Jugendkriminalität gibt es bei den Fällen von Verbreitung, Erwerb, Besitz und Herstellung jugendpornografischer Inhalte einen signifikanten Anstieg.



Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der Straftaten, die durch Kinder und Jugendliche im Jahr 2025 insgesamt begangen wurden, um 611 Fälle auf 4.962 zurückgegangen. Das entspricht einem Minus von 10,96 Prozent. Dieser Rückgang ist laut der Polizeidirektion vor allem auf eine geringere Zahl von Diebstählen (1.220 Fälle), Betrugsdelikten und Fällen des Erschleichens von Leistungen (310 Fälle) sowie auf weniger Beleidigungen (248 Fälle) zurückzuführen. Obwohl der Trend insgesamt rückläufig ist, nahm die Kriminalität von Kindern und Jugendlichen im Jahr 2025 in verschiedenen Bereichen allerdings zu: Bei den gefährlichen und schweren Körperverletzungen ist ein Anstieg um 6,78 Prozent auf 189 Fälle zu verzeichnen, bei den einfachen Diebstahlsdelikten um 16,80 Prozent auf 146 Fälle.

Mehr Sexualdelikte


Besonders auffällig ist der Anstieg der Fälle von Verbreitung, Erwerb, Besitz und Herstellung jugendpornografischer Inhalte, die um 68,97 Prozent auf 98 Fälle zunahmen. Des Weiteren wurden im Vergleich zum Vorjahr mehr Vergewaltigungen (26 auf 49 Fälle) und sexuelle Belästigungen (38 auf 56 Fälle) begangen. Die Anzahl der erfassten tatverdächtigen Jugendlichen ist im Vergleich zum Vorjahr um 8,99 Prozent auf 2.824 Fälle gesunken. Bei den tatverdächtigen Kindern ist ein Rückgang von 5,02 Prozent auf 1.628 Fälle zu verzeichnen. Insgesamt sind es 365 (minus 7,58 Prozent) tatverdächtige Kinder und Jugendliche weniger als 2024.

Im Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion Braunschweig sind im Jahr 2025 zudem insgesamt 14 Jugendliche als Intensivtäterinnen und -täter eingestuft worden. Diese Einstufung basiert auf einer überdurchschnittlich hohen Anzahl an Straftaten, der besonderen kriminellen Auffälligkeit oder der systematischen und wiederholten Begehung von Delikten.

Weniger Straftaten in Schulen


Straftaten im Schulkontext haben sich im Vergleich zum Vorjahr um 18,81 Prozent reduziert (771 auf 626 Fälle). Zusammenfassend ist in den meisten Deliktsgruppen, die im Schulkontext registriert wurden, ein Rückgang festzustellen. Dies ist insbesondere im Bereich der Körperverletzungsdelikte, aber auch bei den Bedrohungen und Beleidigungen der Fall. In Bezug auf die Diebstahlsdelikte ist ein geringfügiger Anstieg feststellbar. Die Bandbreite der Straftaten im Schulkontext, die durch Kinder und Jugendliche begangen wurden, ist vielfältig. Sie reicht von Gewalttaten, wie beispielsweise Körperverletzungen und Mobbing, über Diebstahlsdelikte und Vandalismus bis hin zu Drogenmissbrauch oder Cyberkriminalität.

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