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"Prinzip Hoffnung ist zu wenig" - Lehrer kritisieren Pläne für den Schulbetrieb nach den Ferien

"Niedersachsens Schulen werden es nach den Sommerferien nicht leicht haben“, ist sich der Verband Niedersächsischer Lehrkräfte sicher.

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Symbolbild Foto: pixabay

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08.07.2020

Hannover. Zu den am Dienstag von der Landesregierung bekannt gegebenen Szenarien für den Schulbetrieb nach den Sommerferien (regionalHeute.de berichtete) erreichte uns eine Stellungnahme des Verbandes Niedersächsischer Lehrkräfte VNL/VDR. Dieser kritisiert die Pläne als nicht konkret genug.


„Kultusminister Grant Hendrik Tonne hofft, dass die Schule nach den Sommerferien weitestgehend normal starten könne. Das ist aus heutiger Sicht verständlich, aber sieben Wochen vorher ist das letztlich Kaffeesatzleserei", erklärt Torsten Neumann, Vorsitzender des VNL/VDR:. Insofern sei es konsequent, dass Tonne drei Szenarien für die Zeit nach den Sommerferien aufgezeigt habe. "Viel mehr, als er vor einer Woche bereits bekannt gegeben hat, wissen wir jetzt aber auch nicht. Es herrscht weiterhin das Prinzip Hoffnung", kritisiert Neumann. Einzelne Regelungen wie der Verzicht auf den Mindestabstand im Fall eines eingeschränkten Regelbetriebs blieben problematisch.

"In der Vergangenheit wurde vieles versäumt"


Gar nichts gesagt habe Kultusminister Tonne, wie er die Unterrichtsversorgung im neuen Schuljahr insbesondere an den nicht-gymnasialen Schulformen sicherstellen wolle. Auch hier setze er auf das Prinzip Hoffnung. "Alleine darauf zu vertrauen, dass der Pflichtunterricht im neuen Schuljahr erteilt werden kann, ist zu wenig. Die Unterrichtsversorgung an unseren Ober-, Real- und Hauptschulen muss auf sicheren Füßen stehen, ansonsten drohen alle Szenarien nur Theorie zu werden", mahnt Neumann.

In der Vergangenheit sei vieles versäumt worden, was jetzt das Unterrichten schwer mache. Die Steigerung der Attraktivität des Lehrerberufs gerade in den nicht-gymnasialen Schulformen hätte ebenso wie die schleppende Umsetzung der Digitalisierung längst angegangen werden müssen. "Niedersachsens Schulen werden es nach den Sommerferien nicht leicht haben“, ist sich Torsten Neumann sicher.


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