Region. Der Regionalverband Großraum Braunschweig präsentiert in einer Pressemitteilung die Ergebnisse der regionalen Bevölkerungsprognose. Die Daten werden zudem den Kommunen zur Verfügung gestellt.
Wie viele Menschen werden in 5, 10 oder 15 Jahren in der Region und den einzelnen Städten und Gemeinden leben und wie verändert sich deren Struktur? Damit Kommunen und Landkreise ihre kommunale Entwicklung im Hinblick auf Siedlungsentwicklung oder Infrastrukturkonzepte gut planen können, brauchen sie verlässliche Strukturdaten. Eine wesentliche Grundlage für diese Planungen ist die Bevölkerungsentwicklung, in den nächsten Jahren. Auch der Regionalverband Großraum Braunschweig braucht sowohl für seine Regionalplanung als auch für seine Verkehrsplanung valide Daten.
Aussagen auch auf Stadtteil-Ebene
Aus dem Grund hat der Regionalverband jetzt diese Zahlen für jedes Jahr bis 2040 für die gesamte Region gemeindescharf erstellen lassen und veröffentlicht sie auf seiner Homepage. In einem Pressegespräch haben Verbandsdirektor Ralf Sygusch und Erste Verbandsrätin Anna Weyde die Ergebnisse am Mittwoch vorgestellt. Alle Kommunen, Fachbehörden und Interessierte können diese Strukturdaten ab sofort nutzen. Einige Städte wie Braunschweig, Salzgitter oder Wolfsburg haben darüber hinaus eigene, kleinräumigere Prognosen erstellen lassen, die bis auf Stadtteil-Ebene Aussagen erlauben.
Peine wächst, Goslar schrumpft
Die Bevölkerung in den drei kreisfreien Städten Braunschweig, Wolfsburg und Salzgitter bleibt in der Vorausschau weitestgehend stabil bis leicht wachsend. Ebenfalls leicht ansteigend ist die Bevölkerung im Landkreis Gifhorn, wohingegen in den Landkreise Helmstedt, Goslar und Wolfenbüttel mit fallenden Zahlen zu rechnen ist.
Immer weniger Erwerbsfähige
Prognostiziert wird ein deutlicher Rückgang der erwerbsfähigen Bevölkerung in den nächsten Jahren, insbesondere bei den 40- bis 60-Jährigen. Gleichzeitig gibt es einen deutlichen Anstieg älterer Menschen bis 80 Jahre. „Das bedeutet, dass auf dem Arbeitsmarkt trotz Zuwanderung Fachkräfte fehlen werden, während der Anteil der Menschen im Ruhestand überproportional zunimmt“, macht Weyde klar.
Mit diesen aktuellen Berechnungen kann auch der Regionalverband steuernd arbeiten, sagt Sygusch. Durch Maßnahmen im Regionalen Raumordnungsprogramm und der Regionalentwicklung könne man unterstützend wirken, indem bei schrumpfenden Gemeinden darauf geachtet werde, dass beispielsweise Einkaufsmöglichkeiten und Infrastruktur für die Daseinsvorsorge oder auch Mobilitätsangebote erhalten blieben. Gleichzeitig könnten innovative Ansätze zum Umgang mit einer zurückgehenden Bevölkerung unterstützt werden. Auch wachsende Kommunen könne der Verband durch seine Raumplanung unterstützen, beispielsweise im Hinblick auf die Siedlungsentwicklung oder die Ausweitung von Buslinien.
Darstellung im Dashboard
Die Prognosedaten können von den Kommunen im Verbandsgebiet für eigene kommunale Planungen wie zum Beispiel Wohnraumversorgungskonzepte sowie Schulplanungen herangezogen werden. Sie werden ihnen zur freien Verfügung bereitgestellt.
Die Ergebnisse stehen zur Verfügung unter: https://www.regionalverband-braunschweig.de/prognose/. Hier ermöglicht ein sogenanntes Dashboard, die wichtigsten Ergebnissen auf einen Blick zu erfassen.
Der Regionalverband plant, in regelmäßigen Abständen die Bevölkerungsprognose aktualisieren zu lassen.